Ternitz

Erstellt am 23. August 2016, 05:15

von Andreas Fussi

Wieder exotische Schlange ausgesetzt. Tierschutzhaus beklagt Zunahme von Tieren als Wegwerfartikel. Kornnatter am Friedhof St. Valentin entdeckt.

Diese aus Nordamerika stammende Kornnatter wurde am Friedhof St. Valentin gefunden.  |  privat

Die Serie der ausgesetzten Schlangen geht weiter. Am Friedhof in St. Valentin wurde vor ein paar Tagen eine Kornnatter gefunden. Elisabeth Platzky vom Tierheim Ternitz merkt dazu an, „dass dies keinesfalls als Kavaliersdelikt gewertet wird, mit einer bedingten Freiheitsstrafe geahndet werden kann und auch bereits von einem Gericht so vollzogen wurde.“

Tierheim-Leiterin Elisabeth Platzky.  |  NÖN

Denn, so die Expertin: „Das Aussetzen einer Schlange, die hier nicht heimisch ist, aber natürlich auch jeden anderen Tieres, bedeutet schwerste Tierquälerei“. Im Fall der beiden Würgeschlagen vom Semmering, die NÖN berichtete, seien zum Beispiel bereits Hinweise eingegangen, wem die Schlangen gehören könnten.

Generell beklagt Platzky eine steigende Zunahme von ausgesetzten Tieren in letzter Zeit. So wurde eine Mutterhündin mit dem Welpen im Föhrenwald gefunden. Eine Joggerin hat die Tiere in den Abendstunden entdeckt. „Besonders für den Welpen hätte eine Nacht im Freien vielleicht dramatische Folgen gehabt – für Beutegreifer oder Fuchs ein gefundenes Fressen. Die Mutterhündin hätte keine Chance gehabt, ihn zu verteidigen, sie ist einfach zu klein und zierlich“, erzählt Platzky.

All diese Schicksale machen uns sehr wütend und vor allem auch sehr nachdenklich.“

Elisabeth Platzky vom Tierschutzverein Schwarzatal

Des Weiteren wurde neulich ein rot-weißer Kater in einer Toilette auf einem Autobahnparkplatz gefunden, eingesperrt in einer Transportbox. Er wurde laut Platzky offensichtlich „entsorgt“, weil er alt und sehr krank ist. Platzky: „Ein entzückender, total freundlicher Kater, der sich so ein Abschieben ins Ungewisse sicher nicht verdient hat.“

Fünf kleine Babykätzchen wurden wenigstens vor dem Tierheim in einer Schachtel abgestellt. „Zwei Wochen alt, hätten sie aber ihre Mutter noch so dringend gebraucht“, beklagt Platzky. Wenn, dann hätten die Kätzchen gemeinsam mit ihrer Mutter abgegeben werden müssen. Drei der fünf 5 Kätzchen sind mittlerweile über den Berg.

Der nächste tragische Fall ereignete sich diesen Samstag. In einer Tonne bei einer Wildfütterungsstelle bei Reichenau wurden von einer Spaziergängerin drei weitere Kätzchen aufgefunden, eines war bereits tot, die zwei anderen haben durch lautes Mauzen auf sich aufmerksam gemacht. Platzky: „All diese Schicksale machen uns sehr wütend und vor allem auch sehr nachdenklich, wie sehr unsere Gesellschaft verroht und man Tiere als reine Wegwerfartikel sieht.“ So wurde etwa ein Mini-Yorki nur deshalb abgegeben, weil er ein halbes Kilogramm mehr als erhofft auf die Waage brachte.

Die Situation sei momentan wieder sehr schlimm, konstatiert Elisabeth Platzky. Beinahe täglich würden Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden. Platzky appelliert an die Tierhalter, beim Tierheim nachzufragen. Man sei zwar voll, könne aber auch für kurzfristige Unterbringungen sorgen. „Bitte, immer an uns wenden!“

Zum Thema

 Der in Ternitz beheimatete Tierschutzverein Schwarzatal besteht seit 1952. 2008 wurde das von der Stadtgemeinde Ternitz gebaute Tierheim in Ternitz eröffnet. Der Tierschutzverein Schwarzatal ist dort Mieter.
 Für jene Tiere, die im Tierheim untergebracht und bereits zur Vermittlung frei gegeben sind, wird durch persönliche Betreuung versucht rasch ein neues Zuhause zu finden. Infos dazu gibt es auf www.tierheim-ternitz.at

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