Erstellt am 04. November 2015, 05:57

von Tina Jedlicka

Vergewaltigung oder Erpressungsversuch?. Eine Ternitzerin zeigte den Mann der Ex-Schwägerin wegen Vergewaltigung an: Er sprach vor Gericht von Erpressung.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Ein Ternitzer wurde am Mittwoch wegen Vergewaltigung (nicht rechtskräftig) zu zwei Jahren, von denen ihm 16 Monate Haft bedingt nachgesehen wurden, verurteilt.

Zur Vorgeschichte: Eine Ternitzerin soll im Sommer vom Mann ihrer Ex-Schwägerin Besuch bekommen haben. Der Mann soll durch ihr Fenster eingestiegen sein und sie gewaltsam zu Geschlechtsverkehr gezwungen haben. „Der Frau gelang es auf seiner Hand ihre Zigarette auszudämpfen, bevor es im Kinderzimmer, in dem zu diesem Zeitpunkt kein Kind war, zu dem Übergriff kam“, erläuterte Staatsanwältin Silke Schmirl die Anklage. Der Verteidiger sah die Sache ganz anders: „Mein Mandant wird sich für nicht schuldig bekennen.“

Mehr noch behauptete der Angeklagte, das Opfer habe versucht, ihn zu erpressen. Er habe eine Affäre mit ihr gehabt und plötzlich 3.000 Euro gefordert. Würde er sich weigern zu zahlen, würde er das kleine Geheimnis seiner Frau erzählen.

Weil Gattin schwanger war, begann er Affäre

„Vergangenes Neujahr hat sie begonnen mir näher zu kommen. Meine Frau war schwanger und weil ich keine sexuelle Nähe zu meiner Frau hatte, konnte ich darauf eingehen“, verantwortete sich der Angeklagte. Keiner habe Verdacht geschöpft, weil die Frau kein Auto hatte und er immer wieder Einkäufe für sie erledigt habe.

Diese habe er bei ihr abgeliefert, noch mit ihr geplaudert und sich anschließend mit ihr vergnügt, bevor er wieder heim zu seiner Gattin fuhr. Auch am Vormittag, wenn ihre Kinder in der Schule waren, habe er ihr öfters Besuche abgestattet, um sich mit ihr zu vergnügen. Eine Woche vor dem gemeinsamen Urlaub des Angeklagten und seiner Gattin, habe die Frau plötzlich Geldforderungen gestellt. Auf diese ging der Angeklagte jedoch nicht ein. „Dann hätte sie bestimmt immer mehr gewollt und meiner Frau wäre es aufgefallen, wenn 3.000 Euro weg gewesen wären“, war der Angeklagte überzeugt.

Am Abend des Vorfalles habe er zuhause ein Grillfest mit Freunden gehabt und sei gegen zwei Uhr Früh bei ihr in der Wohnung erschienen. „Sie hat mich hineingebeten“, behauptete der Mann weiter. Die Frau schilderte ihre Erinnerungen an den Vorfall allerdings so, wie sie es bei der Anzeige bei der Polizei getan hatte. Der Mann wurde (nicht rechtskräftig) verurteilt.