Ternitz

Erstellt am 13. April 2017, 05:00

von Tanja Barta

Hilfe für Kenia: „Angels Bakery“-Filialen eröffnet. Der ehemalige ÖVP-Gemeinderat Thomas Huber erzählte im Pfarrheim über seine Erfahrungen, die er in Kenia gemacht hat.

Der größte Dank an diesem Abend galt Thomas Hubers Frau Ilse. „Ohne ihre Hilfe und ihr Verständnis hätte ich das alles nicht so umsetzen können, wie ich es gewollt hätte“, so Huber zum Abschluss seines Vortrages.  |  Tanja Barta

Wellblechhütten, kein Abwassersystem und der Strom war nur an vier Tagen im Monat verfügbar. Zustände, die sich ein Großteil der Europäer kaum vorstellen kann.

Vor allem für Österreicher sind solche Situationen eine Zumutung. Der Ternitzer Thomas Huber hat genau in diesen Gebieten, in den Slums von Afrika, monatelang gearbeitet und versucht, den Zustand zumindest nur ein bisschen verbessern zu können (die NÖN berichtete). Jetzt hat er seine Erfahrungen und Bilder im Pfarrheim von Ternitz der Bevölkerung vorgestellt.

„Ich sagte, dass wir jetzt ein paar Bier trinken gehen und morgen wieder nach Hause fliegen!“Thomas Huber war von den Zuständen in Kenia geschockt.

Alle 120 Sitzplätze waren restlos vergeben. Wer keinen Sitzplatz ergattern konnte, stand eben am Saalrand und lauschte Hubers Geschichten über Kenia. „Als ich dort ankam, sagt ich zu meinem Freund, dass wir jetzt ins Hotel gehen und ein paar Bier trinken und morgen fahren wir dann bitte wieder nach Hause!“, musste Huber schmunzeln, der von den Zuständen in Kenia mehr als geschockt war.

Doch er konnte sich durchringen und blieb. Zusammen mit der Organisation „Hope For Life“ hat der ehemalige Bäckermeister – sein Geschäft in Ternitz schloss er noch, bevor er sich nach Kenia aufmachte – die „Angels Bakery“ gegründet.

„Angels Bakery“-Filialen eröffnet

„Ich hab dann teilweise zu viel aufs Gas getreten und wollte mehr machen. Da habe ich dann einfach gemerkt, dass sich das mit der Mentalität der Kenianer nicht ganz vereinbaren lässt“, erzählt Huber. Stück für Stück hat er in den verschiedenen Slums eine „Filiale“ nach der anderen eröffnet.

„Ich musste dann auch Fahrtenpläne erstellen, weil mein Zulieferer einfach so gefahren ist, wie er wollte und dadurch viel Zeit verloren hat“, muss der Ternitzer schmunzeln. Ebenfalls ausgebildet werden mussten die einzelnen Verkäufer: „Am Beginn haben sie einfach geöffnet und geschlossen wie sie sich das vorgestellt haben. Ich hab dann zu ihnen gesagt, dass das nicht so geht!“

Es war ein Abenteuer für Huber, das er nicht so schnell vergessen wird. Doch die nächsten zwei Jahre bleibt er in der Heimat: „Das habe ich meiner Frau versprochen. Auch wenn ich schon wieder viele Angebote habe!“