Erstellt am 21. Januar 2016, 11:15

von Tina Jedlicka

Wegen Facebook-Posting vor Gericht: "Hitler wo bist du?". Ein Neunkirchner postete auf die Facebook-Seite eines evangelischen Pfarrers unter ein Bild einer verwüsteten Flüchtlingsunterkunft den Kommentar "Vermisst seit 1945. Adolf, bitte melde dich. Deutschland braucht dich."

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Der Pfarrer ließ das so nicht gelten und fragte nach, ob denn jetzt alle offen Nazis seien. Da setzte der Neunkirchner noch eines drauf und antwortete: "Nimm dir das Gsindel mit nach Haus und werd glücklich damit."

Der Pfarrer erstattete daraufhin Anzeige, da er das so nicht im Raum stehen lassen wollte. Der Neunkirchner musste sich am Donnerstag einem Geschworenenprozess am Landesgericht Wiener Neustadt unter dem Vorsitz von Richter Gerald Grafl stellen.

"Habe mir nichts dabei gedacht"

"In Österreich muss die Rechtsordnung gestört werden, der Angeklagte hat sich nur auf Deutschland bezogen", meinte der Verteidiger. Der 48-jährige Angeklagte meinte wiederholt, dass er sich nichts dabei gedacht habe. Auf die Frage des Richters, welcher Partei er sich zugehörig fühle, antwortete er, am ehesten noch der FPÖ.

Er habe sich im Sommer geärgert, dass die Politik in der Flüchtlingsfrage seiner Meinung nach unzureichend gehandelt habe. Außerdem sei das Verhalten vieler Flüchtlinge äußerst undankbar gewesen, sie hätten Dinge einfach weggeschmissen, Unterkünfte verdreckt hinterlassen. Warum er in diesem Zusammenhang Hitler ins Spiel gebracht habe, konnte er aber nicht angeben. 
 
"Es beginnt im Kleinen. Der Gesinnungsunwert einer nationalistischen Wiederbetätigung wird bestraft", führte die Staatsanwältin Gund Ebhart aus und weiter: "Er hat gesagt, er hat das im Zorn geschrieben. Aber nach der Äußerung des Pfarrers ist er nicht zurückgerudert."

Die Geschworenen befanden ihn dennoch für nicht schuldig und sprachen ihn frei.