Erstellt am 28. September 2015, 09:11

von Christian Feigl

Ex-Rohrwerk-Chef entdeckt Marktlücke. Monika und Erich Hertner führen im Burgenland äußerst erfolgreich ein Gasthaus speziell für Diabetiker.

Monika und Erich Hertner haben mit ihrem Diabetiker-Lokal eine Marktlücke entdeckt.  |  NOEN, Foto: privat

Der Name Erich Hertner ist untrennbar mit dem Schoeller Bleckmann Rohrwerk verbunden. Von 1980 bis 2013 war er dort tätig, die letzten Jahre als Konzernboss. Bis es 2013 zum Bruch und unschönem Abgang kam: „Das Ende war nicht schön, für mich ist das Werk Geschichte.“

Hertners volle Konzentration liegt nun ohnehin in der Gastronomie. In Willersdorf bei Oberschützen hat seine 62-jährige Gattin Monika unter dem Namen „Ge(h)nuss unter Blumen“ das erste Restaurant für Diabetiker im Burgenland eröffnet. „Meine Frau ist selbst schon lange zuckerkrank und möchte auf diese Art und Weise Personen, denen es ähnlich geht, etwas zurückgeben und ihnen helfen“, erklärt Erich Hertner, warum sich das Ehepaar in der Pension diese Belastung noch antut.

„Meine Frau ist selbst schon lange zuckerkrank
und möchte auf diese Art und Weise Personen,
denen es ähnlich geht, etwas zurückgeben
und ihnen helfen.“ Erich Hertner.

In Willerdorf hat das Ehepaar einen Bauernhof zu einem Restaurant umgebaut. Alle Speisen sind mit den jeweiligen Broteinheiten gekennzeichnet. „In den Lokalen, wo ich war, habe ich nichts bekommen“, so Monika Hertner. Wenn sie in Restaurants nach Broteinheiten fragte, habe sie keine Antwort bekommen. Danach begann sie zuerst einmal für sich Speisen zu kreieren. Diese Gerichte servierte sie Freunden und nachdem die Resonanzen sehr positiv waren, entschloss sich Monika Hertner, das erste Diabetiker-Restaurant im Burgenland zu eröffnen.

Begleitet wird das Projekt von einem Arzt, der Diabetiker-Spezialist ist: „Mit ihm arbeiten wir zusammen, er gibt uns auch immer wichtige Inputs“, erklären die Beiden. Damit wurde eine Marktlücke entdeckt, wie das Ehepaar bald feststellen durfte. Während Monika das Restaurant und die Küche schupft, arbeitet ihr Gatte jedoch eher im Hintergrund: „Ich helfe mit, wo ich gebraucht werde.“ Mittlerweile sind sechs Personen im Betrieb angestellt.

Nach Ternitz zieht es ihn nur noch selten: „Wir haben dort zwar noch ein Haus, aber durch unseren neuen Lebensmittelpunkt bin ich fast ausschließlich nur noch im Burgenland!“