Erstellt am 10. Februar 2016, 05:23

von Tina Jedlicka

„Semperit-Prozess“ fand erneut nicht statt. Wieder kein Prozess: Ex-Semperit-Betriebsrat musste wieder nicht vor Gericht, dieses Mal war Richterin Morawetz erkrankt.

Dieser Zettel zierte den Verhandlungssaal.  |  NOEN, Foto: NÖN

Der Fall rund um veruntreute Gelder des Arbeiterbetriebsrats der Semperit Wimpassing sollte schon im November 2015 verhandelt werden: Damals glänzte der Angeklagte durch Abwesenheit. Er war erkrankt, so die offizielle Information. Am Freitag warteten die Medien erneut vor dem Gerichtssaal. Wieder vergeblich. Dieses Mal war allerdings nicht der Angeklagte erkrankt, sondern die zuständige Richterin Nina Morawetz. Sobald sie wieder fit ist, wird ein neuer Prozesstermin ausgeschrieben. Der Angeklagte muss übrigens gemeinsam mit drei anderen auf der Anklagebank Platz nehmen.

Zum Vorwurf: Sie sollen einen Betrag von 186.400 Euro entgegen der Veranlagungsrichtlinien nicht mündelsicher, ohne Befassung des Betriebsrates, ohne Gegenzeichnung des Kassenprüfers, in Verrechnungssysteme einer Einkaufsgemeinschaft investiert haben, die NÖN berichtete. Da einer alleine eine so hohe Einzahlung in der Einkaufsgemeinschaft nicht tätigen hätte dürfen, soll er gemeinsam mit dem Zweitangeklagten Buchungsaufträge für Investitionen gefälscht haben. Namen und Daten verwendeten sie aus dem Familien- und Bekanntenkreis. Der Dritt- und Viertangeklagte sollen als Vertreter der Einkaufsgemeinschaft die Registrierung der gefälschten Mitglieder vorgenommen und die Provisionen ausgezahlt haben.