Erstellt am 23. Februar 2016, 05:49

von Clemens Thavonat

Das Opfer soll zahlen. Zweitwohnsitzer erschreckten zwei Einbruchsalarme. Da die Polizei beim zweiten nichts fand, muss das Opfer nun Geld zahlen.

Die Einbrecher kamen in den Abendstunden.  |  NOEN, Franz Baldauf

Schlechte Erfahrungen in unsicheren Zeiten machte kürzlich ein Würflacher Zweitwohnsitzer. Gleich zwei Faktoren sind es, die dem Mann echt sauer aufstoßen. Zum einen versuchten Einbrecher, das Haus der Familie in Würflach heimzusuchen, die Alarmanlage sprach an und die Exekutive stellte Einbruchspuren fest.

Der Mann wohnt jedoch nicht im Ort und erhielt am Folgetag über sein Handy erneut einen Einbruchsalarm, verständigte die Polizei und genau das löste dann den zweiten Grund zum Ärger aus: Die Exekutive konnte bei einer Nachschau keine neuen Spuren finden und stellte daher dem Hausbesitzer eine Rechnung von 87 Euro für einen Fehlalarm aus.

Fehlalarme nahmen Überhand

„Eine Frechheit“, zeigt sich dieser verärgert und völlig ohne Verständnis. „Da wird dem Staat das Gewaltmonopol überlassen, die Beamten werden aus Steuern, also auch meinem Geld, bezahlt und dann müssen wir solche Einsätze nochmals berappen? Das kann es ja wohl nicht sein.“
Auf Nachfrage bei der Polizei wurde der NÖN mitgeteilt, dass es diese Regelung gibt, da Fehlalarme überhandnahmen, die Kosten explodierten.

Auch Landtagsabgeordneter Hermann Hauer wurde eingeschaltet, der sich nun für den Mann einsetzen möchte: „Es ist verständlich, dass Fehlalarmen entgegengewirkt werden muss. Doch bei Bürgern, wo am Vortag Einbruchsspuren gefunden wurden, die auch noch nie wegen vermehrter Alarme aufgefallen sind, sollte man schon sensibler agieren dürfen.“ Die Gefahr liegt nämlich darin, dass dann das geschieht, was weder Exekutive noch Politik wollen: Dass sich Bürger bewaffnen und ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen.