Erstellt am 30. März 2016, 09:57

von Christian Feigl

Zwei Unfalltote: Spekulationen wegen Facebook-Posting. Wilde Spekulationen hat der schreckliche Verkehrsunfall auf der S6, der in der Nacht von Sonntag auf Montag bei Schottwien zwei Todesopfer forderte, ausgelöst.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Der Verkehrsunfall mit zwei Todesopfern auf der S6 (siehe Link oben) in der Nacht von Montag auf Dienstag ist weiterhin das Gesprächsthema im Bezirk und interner Ermittlungsschwerpunkt bei den Behörden.

Im Zentrum steht dabei nun der Unfalllenker, ein Wirt aus dem Bezirk Neunkirchen, der nach dem Crash geflüchtet war und sich erst Stunden später bei der Polizei gestellt hatte. Bei dem Unfall waren der 17-jährige Dominik H. aus Prigglitz und die 28-jährige Gloggnitzerin Christina F. ums Leben gekommen.

Unfalllenker stellte sich Stunden später

Gingen die Ermittler anfangs noch davon aus, dass der 17-Jährige am Steuer des Autos gesessen hatte, so war rasch klar, dass auch der Wirt und Zulassungsbesitzer im 300 PS starken Wagen mitgefahren sein muss. Er überlebte den Unfall nahezu unverletzt und lief nachdem er das schreckliche Ausmaß gesehen hatte davon.

Erst Stunden später kam er zur Polizei und gestand, das Fahrzeug gelenkt zu haben. „Anhand von Faserspuren wäre das ohnehin sehr leicht feststellbar gewesen“, heißt es aus Ermittlerkreisen.
 
Nun wird ermittelt, ob der 31-Jährige alkoholisiert den Wagen gelenkt hat. Immerhin postete der 17-jährige Fleischerlehrling kurz vor dem verheerenden Unfall auf Facebook, dass er mit dem Wirt in der Zauberbar sei und „Gin Tonic“ trinken würde.
 
„Ob Alkohol im Spiel war ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen“, so der Sprecher der Wiener Neustädter Staatsanwaltschaft Erich Habitzl. Ein medizinischer Sachverständiger wird anhand der gemessenen Werte und Vorgeschichte ein Gutachten erstellen.


NÖN.at hatte am Dienstag laufend berichtet:

Lenker ausgeforscht und angezeigt

Nach dem Unfall mit zwei Toten auf der Semmering-Schnellstraße (S6) bei Schottwien am späten Montagabend (richtig) ist noch im Laufe des Dienstags der Lenker ausgeforscht worden.

Der Zulassungsbesitzer (31) des verunglückten Autos gab laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zu, selbst am Steuer gesessen zu sein. Er blieb bei dem Crash unverletzt.

Der Zulassungsbesitzer habe "gestanden, den Unfall als Fahrer verursacht" zu haben, sagte Erich Habitzl, Sprecher der Anklagebehörde, auf Anfrage. Gegen den 31-Jährigen aus dem Bezirk Neunkirchen werde nun wegen grob fahrlässiger Tötung ermittelt. Strafrahmen: bis drei Jahre. Der Mann bleibt auf freiem Fuß.

Laut Landespolizeidirektion war das Auto aus ungeklärter Ursache von der Richtungsfahrbahn Wien abgekommen, von einer Leitschiene hochgeschleudert und gegen das Portal des Grasbergtunnels bei Schottwien katapultiert worden.

in 17-Jähriger und eine 28-Jährige kamen ums Leben. Zunächst war nur von zwei Insassen ausgegangen worden. Im Laufe des Dienstags bestätigte Habitzl polizeiliche Ermittlungen dahin gehend, dass womöglich eine dritte Person am Steuer gesessen war. Die Ursache der Karambolage stand vorerst nicht fest.
 

Zwei Unfalltote: Spekulationen wegen Facebook-Posting

x  |  NOEN, Symbolbild

Wilde Spekulationen hat der schreckliche Verkehrsunfall auf der S6, der in der Nacht von Sonntag auf Montag bei Schottwien zwei Todesopfer forderte, ausgelöst.

Wie Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bestätigt, ermittelt die Polizei nun auch gegen eine dritte Person. Sie könnte sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Fahrzeug befunden haben.

Ob es sich dabei um den Zulassungsbesitzer des 300 PS starken Fahrzeugs handelt, einen Wirt aus dem Bezirk Neunkirchen, ist ebenfalls Gegenstand der Erhebungen. „Ich kann mir aber nicht vorstellen“, so ein Feuerwehrmann, „dass jemand dieses Fahrzeug ohne schwere Verletzungen verlassen hat!“
 
Angeheizt werden die Spekulationen aber  vor allem von einem Facebook-Posting jenes 17-jährigen Prigglitzers, der bei dem Autounfall so wie eine 28-jährige Frau aus Gloggnitz ums Leben gekommen war.

Kurz bevor der Unfall passierte, schrieb dieser nämlich eine Facebooknachricht, die der NÖN vorliegt, und erzählte darin, dass er mit dem Zulassungsbesitzer des verunglückten Wagens in der Zauberbar am Semmering sei und Gin Tonic trinken würde. Die 28-jährige getötete Gloggnitzerin war bei dem Zulassungsbesitzer und Gastronomen als Kellnerin beschäftigt.
 
Ging die Polizei anfangs noch davon aus, dass der 17-Jährige, der keine Lenkerberechtigung besaß, das Fahrzeug gelenkt haben soll, so ist nach derzeitigem Stand der Ermittlungen die Ausgangslage wieder völlig offen.