Wenn es um Lawinenabgänge, Suchaktionen oder Unfälle im alpinen Gelände geht, dann ist sie von Nöten: die Alpine Einsatzgruppe der Polizei.
Bislang Männerdomäne, doch seit November des Vorjahres hat es sich eine Frau – als Erste in ganz Niederösterreich – zum Ziel gesetzt, diese sehr harte zweijährige Ausbildung zur Alpinpolizistin zu absolvieren: Tanja Forstner, 31 Jahre, Beamtin der Polizeiinspektion Scheibbs mit Sonderverwendung bei der Alpinen Einsatzgruppe Lunz am See. Bereits als Kind mit der Familie auf Wanderungen, hat sie vor einiger Zeit das Faible „Bergsport“ für sich neu entdeckt. „Ich bin einfach ein Bergfex“, sagt Forstner, die diese Ausbildung – auch großteils in ihrer Freizeit – neben dem Dienst versieht. Da stehen mehrmals die Woche Klettern, Skifahren, Skitourengehen und Theoriekunde von der Bergrettungstechnik über Lawinenkunde bis hin zur Orientierung im Gelände am Programm.
Der erste Schikurs ist positiv absolviert
Nach positiver Aufnahmeprüfung im Vorjahr hat sie vor wenigen Wochen den ersten Skikurs erfolgreich beendet. Dass sie die einzige Frau ist, ist für sie kein Problem, denn sie ist überzeugt: „Teamgeist gehört einfach dazu. Die Arbeit in den Bergen ist von großer Verantwortung – für sich selbst, für die Kollegen und natürlich für den zu Bergenden – geprägt. Jeder Schritt muss wohl überlegt sein. Das steigert den Zusammenhalt in der Gruppe.“
Forstner möchte als Retterin zur Stelle sein, aber auch in ihrer Aufgabe als Alpinpolizistin diesen Fall und dessen Ursache erheben. Eine persönliche Motivation, den beruflichen Schritt in die Berge zu wagen, war für Forstner „der Wunsch, sich permanent weiterzuentwickeln“.
Derzeit klettert sie Schwierigkeitsgrad 6A. Angst hat sie keine. Sie betont: „Ich bin permanent dabei, meine eigenen Grenzen auszutesten und auch darüber hinauszugehen. Mentale Stärke ist Grundvoraussetzung ebenso wie ein verlässlicher Kletterpartner.“
ALPINAUSBILDUNG
Tanja Forstner wird Niederösterreichs erste Alpinpolizistin, hier beim Training im Kletter-Zentrum Weinburg.
Diese dauert zwei Jahre. Nach einer Aufnahmeprüfung folgt vier Mal jährlich ein einwöchiger Kurs im Skifahren, Skitourengehen, Sommerfels- und Eisklettern. Das erste Jahr schließt man als Alpinist ab. Im zweiten Jahr folgt derselbe Kursablauf nur auf höherem Niveau, der Abschluss erfolgt als Hochalpinist. Im Anschluss hat man noch die Möglichkeit, Bergführer zu werden.






