VON MATHIAS SCHRANZ
Wer ist der Brandstifter? Und: Warum richtet sich seine Wut gegen die WBO-Wohnsiedlung an der Grazer Straße in Wiener Neustadt?
Sechs Mal schlug der Feuerteufel bisher zu. Zunächst waren es Müllinseln, die brannten, in der Vorwoche wurde es gefährlicher: Montag und Dienstag gingen Kellerabteile in Flammen auf, Bewohner mussten evakuiert werden, es gab Verletzte.
Zuerst ein „Pumperer“, dann kam der Rauch
Eine Frau schildert der NÖN am Dienstagabend: „Es waren zuerst zwei Pumperer, dann hab’ ich schon den Rauch gesehen. Ich habe eine vorbeikommende Polizeistreife herbeigewunken, die sind eh gleich in den Keller, aber da war niemand mehr.“
Die Mieter mussten zunächst in Eiseskälte ausharren, konnten sich dann in den Autos des Roten Kreuzes und einem eigens ge orderten Stadtwerkebus aufwärmen. Und wie sich beim jüngsten Vorfall zeigte, herrscht unter den Bewohnern Misstrauen. Denn der Brandstifter könnte auch aus den eigenen Reihen kommen. Bisher tappt die Polizei im Dunkeln: „Es gibt keine Augenzeugen. Wir wissen auch nicht, wie die Keller angezündet worden sind, die Spürhunde haben nicht angeschlagen.“ Streifenfahrten der Polizei in den Tagen nach den Brandanschlägen brachten keinen Erfolg. Auch gehen bei der Polizei täglich Anrufe wegen verdächtiger Beobachtungen ein, eine heiße Spur war jedoch noch nicht darunter. Um den Brandstifter zu fassen, legten sich die Bewohner sogar selbst auf die Lauer, gingen in der Siedlung auf Streife. Die Aktion wurde allerdings nach einer Nacht wieder abgeblasen, unter anderem wegen der beißenden Kälte.
Für manche Bewohner ist es übrigens ein Déja-vu-Erlebnis: Bereits vor 20 Jahren trieb ein Brandstifter bei den WBO-Bauten sein Unwesen, 2009 wurde Feuer in einer Gartenhütte der anliegenden Schrebergartensiedlung gelegt.







