Ob Überschwemmungen, der Ausfall der Trinkwasserversorgung oder Seuchengefahr – es ist der Ernstfall, für den rund achtzig Rotkreuz-Mitarbeiter aus Österreich, Kroatien, Slowenien, Frankreich, Schweden, Deutschland und Neuseeland in den letzten Tagen trainierten.
Bei der internationalen Großübung „Wave 2011“ kamen Spezialisten aus sieben Ländern zusammen, um Katastropheneinsätze zu proben. Ausgetragen wurde die Übung in Niederösterreich und dem Burgenland, das Katastrophenhilfelager in Mödling fungierte als Übungszentrale. NÖ-Landesrettungskommandant Fritz Eigenschink freute sich, dass „wir dieses internationale Training bei uns abhalten können“.
Österreicher geben Einsatzerfahrung weiter
Die gemeinsame Übung sei ein wesentlicher Beitrag, damit die Koordination der Hilfskräfte im Ernstfall funktioniere. „Wir setzen den Schwerpunkt speziell auf die länderübergreifende Zusammenarbeit“, ergänzte Übungsleiter Michael Wolf. Dabei sei wichtig, dass jeder der Hilfskräfte seine Rolle im Einsatzteam kenne. Und: „Im Rahmen der Übung helfen wir besonders unseren Partnern aus anderen Ländern, die noch nicht so viel Einsatzerfahrung haben.“
Wasseraufbereitung und Kommunikation seien regelrechte Österreich-Domänen, wie Eigenschink erklärte: „Wir haben hervorragende Experten, wenn es um die Versorgung mit Trinkwasser geht.“ Was die Kommunikation anbelange, so gebe es vor Ort oft keine geeignete Infrastruktur – „Handys funktionieren meist nicht. Wer helfen will, muss aber kommunizieren können.“ Auch dafür habe man in Österreich Experten: „Wir arbeiten mit Satellitentelefonie, Funkanlagen und können Kommunikationssysteme aufbauen.“
Über die Dimension der Übung berichtete Walter Hajek, Abteilungsleiter des Internationalen Katastrophenmanagements: „Natürlich gibt es regelmäßige Trainings für die internationalen Rotkreuz-Einsatzkräfte. Eine derart große Übung ist aber tatsächlich etwas Einmaliges.“
Die Großübung „Wave 2011“ fand im Rahmen des Projektes zum Aufbau einer multinationalen Trinkwasseraufbereitungseinheit statt. Diese wird von der Europäischen Kommission kofinanziert und soll künftig für Katastropheneinsätze im Rahmen des Europäischen Zivilschutzmechanismus bereitstehen.







