VON GILA WOHLMANN
2018 ist es so weit: Der Blaulichtfunk soll bundesweit flächendeckend ausgebaut sein. Das gab das Innenministerium letzte Woche bekannt.
Der Digitalfunk im Rahmen von Tetron, einem Konsortium von Alcatel und Motorola, läuft derzeit erst in Niederösterreich, Wien und Tirol. In der Steiermark wird das System gerade aufgebaut, die restlichen Bundesländer sollen folgen. Bei der Installierung eines Digitalfunknetzes hat Österreich in Europa eine Vorreiterrolle, ausschlaggebend war das Lawinenunglück in Galtür 1999, das dessen Notwendigkeit verdeutlichte.
2004 wurde der Auftrag an Tetron vergeben. General Konrad Kogler untermauert die Notwendigkeit des BOS-Digitalfunks: „Der Analogfunk ist nicht abhörsicher, es ist kein gezieltes Anfunken von unterschiedlichen Einsatzteams und nur Sprech-, aber kein Datenfunk möglich.“ Außerdem stünden nur wenige Kanäle zur Verfügung, was die Kommunikation einschränkt, und im Grenzbereich käme es immer wieder zu Störungen durch ausländische Netze und den Taxifunk.
Kogler: „Der Digitalfunk hat sich im täglichen Dienstbetrieb und bei Großveranstaltungen wie der EURO 08 oder beim Bush-Besuch bestens bewährt und bietet neue, sehr wichtige einsatztaktische Möglichkeiten bei Demonstrationen, Verkehrsunfällen, Fußballspielen oder Lawinenabgängen, denn hier können Sicherheit und Hilfe nur gemeinsam mit anderen Blaulichtorganisationen gewährleistet werden.“ Laut BMI gibt es derzeit 80.000 „potenzielle User“ des Digitalfunks, 36.000 Funkgeräte sind in Betrieb. Konkrete Zahlen, wie viel der Blaulichtfunk in Vollausbau kosten wird, gibt es noch keine.







