Die schweren Unwetter und die daraus folgenden Überschwemmungen der vergangenen Jahre zeigten, dass im Rahmen von Hilfeleistungen Staatsgrenzen überwunden werden müssen. Dem trugen in Niederösterreich die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehren und Bundesheer Rechnung.
Zusammenarbeit nach Katastrophe 2006 fixiertAm 23. und 24. September fanden drei Einsatzgroßübungen im Bezirk Mistelbach und Südmähren sowie Bezirk Gänserndorf und Bratislava statt. Übungsannahmen waren Hochwässer in Südmähren und Mistelbach, die Explosion des Munitionslagers in der Kaserne Mistelbach sowie ein Schadstoffaustritt im Hafen von Bratislava.
Insgesamt 600 Feuerwehrmitglieder von Katastropheneinheiten aus Niederösterreich, Tschechien und der Slowakei waren im Einsatz. In der Raffinerie Slovnaft in Bratislava mussten nach massiven Überschwemmungen austretende Schadstoffe mit Ölsperren gebunden werden.
Schon 2006 war im Gefolge der Hochwasserkatastrophe an der March eine engere Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarn vereinbart worden.
Im Hochwasser gefangene Menschen befreienIm Mittelpunkt der zweitägigen Großübung standen also Herausforderungen, wie sie bei realen Katastropheneinsätzen zu bewältigen sind.
Unter anderem mussten in Hochwasser eingeschlossene Menschen aus den Fluten befreit werden. Geprobt wurde dieses Szenario auf einem Stausee in Nove Mlyny, wenige Kilometer hinter der Staatsgrenze in Drasenhofen. Um diese Aufgaben zu bewältigen, waren nicht nur Taucher, Rettungsboote und Hubschrauber im Einsatz. Selbst ein Schwimmpanzer wurde von den tschechischen Behörden aufgeboten. Von den Feuerwehrleuten mussten zudem schwimmbare Fähren, sogenannte „Plätten“, gebaut werden. Diese dienen dazu, um auch Fahrzeuge aus dem Gefahrengebiet bringen zu können.
250 Retter für 100 „Explosions-Opfer“
Voll im Einsatz standen auch die Retter des Roten Kreuzes NÖ: Auf dem Gelände der Mistelbacher Bolfras-Kaserne mussten sie ein Szenario mit rund 100 Verletzten bewältigen. Übungsannahme war die Explosion eines Munitionslagers und wenige Minuten später Feuer auf einer nahe gelegenen Tankstelle. Stuntmen, Pyrotechnik mit bis zu sechs Meter hohen Stichflammen und täuschend echt geschminkte Verletzte gaben der Übung einen recht realistischen Einschlag. Neben dem „Team Österreich“ war auch das tschechische Pendant „Team Morava“ eingesetzt. Es galt, das Führungsverhalten und die Kooperation mit anderen Rettungsteams zu üben. Bilanz der Übung: Nach drei Stunden hatten die rund 250 Retter alle Verletzten versorgt.







