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13.02.2012 | 00:00 |
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Bis in den Tod
(© ERICH MARSCHIK)
ADEL VERPFLICHTET FOLGE 60 / Christian Ségur-Cabanac, Generalleutnant, verantwortlich für die Führung des Heers bei Einsätzen im In- & Ausland.

VON THOMAS JORDA

Er hat noch keinen Krieg am eigenen Leib miterlebt. Als erster nach einer schier unzählbaren Reihe von Ségur und Ségur-Cabanac, die in vielerlei Schlachten ihren Mann gestanden haben, dient Christian Ségur-Cabanac dem Vaterland in Friedenszeiten.

Das bereitet dem dritthöchsten Offizier des Bundesheers keine Sorgen. „Kein Krieg? Gott sei Dank, er geht mir nicht ab. Die Einzigen, übrigens, die wirklich eine Berechtigung zum Pazifismus haben, sind die Soldaten, die im Ernstfall ihren Kopf hinhalten müssen.“

Was den beeindruckenden Generalleutnant gleich zu einem weiteren Gedanken führt: „Viele glauben, die Soldaten wären bei einem Konflikt böse, nicht die politischen Entscheidungsträger. Wenn man das Bundesheer abschafft, dann kommt automatisch der Friede. Na, da wünsche ich viel Vergnügen!“

Nichts ist dem Offizier so  fremd wie der Umsturz

 

Ja, die politischen Entscheidungsträger! Kein böses Wort kommt über die Lippen von Ségur-Cabanac. So groß wie er schreibt kaum wer das Wort Loyalität. „Wir setzen um, was der Gesetzgeber verlangt. Wir weisen nur auf die Mittel hin, die wir für die Umsetzung brauchen. Nichts ist dem österreichischen Offizier seit Jahrhunderten so fremd wie umstürzlerische Gedanken. Gemeinwohl geht über Eigenwohl, dieses Bild prägt die Ausbildung der Offiziere. Unsere Leutnants geloben bei der Musterung Treue bis in den Tod. Das macht keine andere Berufsgruppe.“

Die Familie Ségur kommt aus dem Bordeaux und lässt sich 876 erstmals schriftlich fassen. Der Name könnte vom lateinischen „securus“ kommen, der Sicherheit-Gebende, wie der Generalleutnant meint. Oder einfach nur von einem nahen Landstrich.

Später vereinigte sich ein Teil der Familie Ségur mit der Familie Cabanac, der Hang zu Waffe und Montur, die Treue zu den Herrschern blieb unbebrochen. So liegt ein Comte de Ségur an der Seite seines Kaisers Napoléon im Pariser Invalidendom begraben.

Einzig die vorangegangene Französische Revolution trübte das Verhältnis. Auf der Guillotine wollte man sich denn doch nicht vorführen lassen.

Also kam ein Teil der Familie nach Österreich, aus den Comtes wurden Grafen, wenn auch heute nur noch theoretisch.

„Nein“, lacht Ségur, „wir sind auch praktisch Grafen. Ich bin ein guter republikanischer Soldat, aber stolz auf meine Familientradition.“ Dazu gehört auch, dass ein August Ségur – „die meisten männlichen Ségur heißen August, fragen Sie mich nicht, warum ich Christian genannt worden bin“ – jahrzehntelang Betreuer des 1848 zurückgetretenen Kaisers Ferdinand war, ein anderer gleichen Namens und Großvater Christians, Bezirkshauptmann von Mödling, Finanzminister im Kabinett von Ignaz Seipel, erster Präsident der Nevag (heute: EVN), geistiger Vater der Trennung von Wien und Niederösterreich und Rektor des Theresianums war.

Die Beziehung von Ségur-Cabanac mit der Geschichte ist eng. „Dass der letzte Erzherzog Österreichs in einem militärischen Kondukt nach Protokoll zu Grabe getragen wurde, das war mir sehr wichtig.“ Die militärische Geschichte hält er auch zu Hause hoch, immerhin ist er mit der Großnichte des „Adlers von Triest“ verheiratet. Und das war der letzte lebende Ritter des Maria-Theresienordens.





Drucken delicious Mister Wong rss

13.02.2012 19:09

(0)
Treue bis in den Tod.....
hat auch schon mal ein vorfahre ( auguste-francois comte de...) seinem könig geschworen ! dann hat er doch das hasenpanier ergriffen und den könig alleine aufs schafott gehen lassen ! also was soll man da vom jetzigen segur vollmundig vorgebrachten - bis in den tod - halten ? übrigens geloben nicht nur offiziere, auch priester geben das versprechen ab ! noch ein hopala, ohne militär sind wir den frieden näher, als mit soldaten, das ist gewiß ! aber wie soll das ein goldfasan verstehen !!!
unbekannt (24)
13.02.2012 23:57

(0)
Aber kiebitz ...
...einerseits Anti Militarist, andererseits negativ beurteilen wenn einer mit Charakter handelt und seinem Führer die Treue entzieht?!?!

Wer weiß was da los war in der französischen Revolution, es war jedenfalls eine grauenhafte Zeit.

Es wäre wohl auch besser gewesen die Offiziere hätten Hitler ihre Treue entzogen, würde der kiebitz das gleichwertig beurteilen oder auch belastend?

Prinzipiell gilt: Was ich nicht verantworten kann das mache ich nicht!

Das erklärt auch warum es auf deutscher Seite 42.000 Kriegsgerichtstote gab im zweiten Weltkrieg während es auf US Seite nur einen gab der dem Patton nie verziehen wurde!
14.02.2012 08:38

(0)
Wie wertig ist ein Treueschwur ?
zur ach so schrecklichen französischen revolution nur so viel, das ancien regime vor der revolution war auch kein honiglecken zumindest für die unteren schichten, die nicht mal was zu fressen hatten, während die oberschicht es sich auf deren kosten gut gehen ließ.

bei manchen gilt ein schwur mit allen konsequenzen bis zum tod. das sind die sogenannten fanatiker ! andere nehmen es nicht gar so genau damit ! wenn cabanac sagt, " bis in den tod rot weiß rot " das nehme ich ihm nicht ab, ist eine blöde rederei von ihm ! ist ja auch egal, es soll jeder es halten damit, wie er es für richtig erachtet ! nur wenn man sich aus dem fenster lehnt mit solchen sprüchen, muß man auch mit despektierlichen kritiken rechnen !

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