Eigentlich heißt die Fastenzeit liturgisch richtig „österliche Bußzeit“. Damit wird schon ein Doppeltes ausgedrückt, wo es in dieser Zeit langgeht. Zum einen geht es um die Zielrichtung dieser 40 Tage – das ist Ostern: Ich richte mein Leben neu auf den Auferstandenen aus; zum anderen geht es um den Inhalt – das ist die Buße: mein Leben soll besser werden; es soll nicht im Widerspruch stehen zu einem Leben mit Christus!
Keine Rede von Abspecken und Gewicht verlieren, keine Rede von Askese und Verzicht! Der Akzent dieser Zeit liegt eindeutig auf dem Spirituellen. Das physische Fasten ist nicht unwichtig, aber es hat nur unterstützende Funktion und hilft, innerlich frei zu werden von allem Belastenden – frei für das Wesentliche.
In der Tradition der Kirche hat diese sogenannte „Quadragesima“ (= 40 Tage) etwas Exemplarisches an sich: Wenn ich es als Christ vielleicht sonst das ganze Jahr über nicht so hundertprozentig schaffe, mein Christ-Sein gut zu leben, so sollte ich mich wenigstens in diesen Tagen auf Ostern zu zusammenreißen und mein Bestes geben. Schluss mit schlampig und bequem, Schluss mit Doppelmoral und Egozentrik, Schluss mit dem Unwesentlichen in meinem Leben! Im Gegenteil: Vorrang für Gott! Vorrang für das Gebet! Vorrang für den Nächsten! Vorrang für die Liebe!
Der hl. Benedikt ordnet in seiner berühmten Mönchsregel für die österliche Bußzeit etwas an, was ganz klar den spirituellen Charakter dieser Zeit unterstreicht und bis heute Praxis ist: Jeder Mönch soll in der Fastenzeit ein Buch aus der Bibliothek (damals war damit ein Band der Bibel gemeint!) erhalten und es ganz lesen. Die Intention dahinter: Der Mönch soll Christus nicht aus dem Blick verlieren!
Ein spirituelles Buch zu lesen – wäre das nicht ein wirklich super Vorsatz für die Fastenzeit?








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