Obwohl es sie eigentlich nicht geben dürfte, ist sie just an dem Tag, als ihre Mutter am Kirtag zum Tanz verabredet war, zur Welt gekommen. Sieben Abtreibungen hatte die Mutter schon hinter sich, Erni Mangold hätte die achte werden sollen.
Auf dem Wirtshaustisch in einem Nebenzimmer des heutigen Gasthauses Maurer in Großweikersdorf erblickte sie als Erni Goldmann (!) das Licht der Welt. Vor wenigen Tagen wurde dieses Ereignis auf einer Keramiktafel verewigt.
Bei ihrem Stammwirt in St. Leonhard am Hornerwald ist die Schauspielerin oft und gerne zu Gast. Sie sitzt an der Budel und trinkt Bier oder ein Glas Zweigelt: „Ich bin halt noch immer ein Gasthauskind und ganz normal.“
Immer noch das Sexerl mit der großen Goschen
Wenn wer frech wird, mault sie zurück. Das war schon immer so. Ihrem Ruf als „Sexerl mit der großen Goschen“ wird sie gerecht, auch noch mit 85. Starallüren kennt sie nicht. Obwohl die Schauspielerin in unzähligen Theaterstücken, über 60 Filmen und 20 TV-Produktionen spielte, Seite an Seite mit Helmut Qualtinger, O. W. Fischer, Curd Jürgens, Paula Wessely und vielen anderen. Trotzdem: „Geh! Ich bin kein Star … und keine blöde Kuh! Ich red’ ganz normal mit den Leuten!“
Den Menschen in St. Leonhard jedenfalls ist Mangold ans Herz gewachsen: „Zu meinem 80. Geburtstag haben sie einen Weg nach mir benannt. Das ist wirklich eine der schönsten Auszeichnungen für mich!“ Dass Mangold sich gerade im Hornerwald niedergelassen hat, ist ein großer Zufall.
Eine ganz besondere Beziehung zum Wasser
1975 hatten sie Studenten zu einem alten, frei stehenden Bauernhaus geschleppt. Erst war sie skeptisch: „Ich kannte das Waldviertel ja aus meiner Kindheit und war nicht sonderlich begeistert“, erzählt sie, „als ich aber das alte Haus sah, wusste ich sofort: Das ist meines! Wahrscheinlich deshalb, weil da früher einmal ein Meer war, und ich hab’ eine ganz besondere Beziehung zu Wasser. Jedenfalls hab’ ich mich dort gleich wohl gefühlt. Ich war plötzlich sehr zufrieden.“
In ihrer kürzlich erschienenen Biografie schreibt Erni Mangold: „Der Himmel über dem Hornerwald ist einer der schönsten auf der ganzen Welt. Ich finde alles hier entspannend. Die Leute sind offen, natürlich, zugänglich und haben einen harten Schädel – so wie ich.“
Mangolds harter Schädel sorgt dafür, dass sie sogar an ihrem 85. Geburtstag am 26. Jänner arbeiten wird. „Ich bin ein Workaholic“, sagt sie, „momentan spiele ich in drei Stücken. Das ist ein bissl viel, aber in meinem Beruf steht man eben unter Leistungsdruck.“
Ihren Geburtstag verbringt sie auf der Bühne der Josefstadt, als viel gelobter Geist Lumpazivagabundus. Gefeiert wird nach der Vorstellung, mit Kollegen und Publikum. Aber wünschen tut sie sich nix!






