VON MICHAELA FLECK
Oscar gibt’s für den österreichischen Film heuer keinen mehr. Grund zum Feiern gibt’s trotzdem jede Menge. Schließlich hat man, vor gerade erst zweieinhalb Jahren, eine eigene, österreichische Filmakademie gegründet. Und, ein Jahr später, auch einen eigenen, österreichischen Filmpreis vergeben.
Den gab’s vergangenen Freitag schon zum zweiten Mal. Ohne Glanz und Glamour. Ohne roten Teppich und goldene Statuen. Statt dessen mit einigen Überraschungen. Und mit einem großen Abräumer: Karl Markovics.
Mit seinem Regie-Debüt „Atmen“ schaffte es der Wahl-Hinterbrühler und Filmakademie-Präsident („Ich hab’ niemanden in der Jury angerufen, und ich bin auch mit niemandem verwandt!“) zwar nicht auf die Shortlist für die Auslands-Oscars. Dafür aber gleich sechsmal (!) aufs Podium der Filmpreise. Beste Regie, beste Musik, bester Schnitt, bester Darsteller (Thomas Schubert), bestes Drehbuch, bester Film. Karl Markovics: „Das hat mich extrem überrascht!“
Zwei der von Künstlerin Valie Export gestalteten Filmpreis-Skulpturen gingen an „Mein bester Feind“ von Wiener Neustadts Regie-Star Wolfgang Murnberger, eine an Pöchlarns Film- und TV-Star Ursula Strauss.
„Das ist doch das Schönste, wenn man von Kollegen einen Preis bekommt“, so Oscar-Preisträger Stefan Ruzowicky. Und Nicholas Ofczarek ergänzt: „Wir werden im Ausland gefeiert. Warum sollen wir uns nicht auch im Inland feiern?!“ Den roten Teppich gab es übrigens, zwischen Betonwänden und Filmscheinwerfern in den Rosenhügelstudios, dann doch noch – aber nur fürs Gruppenfoto…







