VON GERTI SÜSS
Rund 2000 Euro Handyrechnung – dieses Horrorszenario ist einem Niederösterreicher tatsächlich passiert, weil er den Routenplaner auf seinem Smartphone aktualisiert hat. Hätte er gewusst, wie wenig Datenvolumen in seinem Mobilfunkvertrag inkludiert war, wäre es gar nicht so weit gekommen.
„Ein Smartphone ohne Internetpaket führt unweigerlich zu Problemen“, erklärt Herwig Rezek, Leiter der Konsumentenberatung bei der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ). Daher sei es wichtig, dass sich Konsumenten vorab überlegen, wie sehr sie den Internetzugang am Handy überhaupt nutzen werden und welches Datenpaket für sie daher am geeignetsten wäre. Ab April 2012 könnte sich in dieser Hinsicht jedoch einiges ändern, sofern der entsprechende Verordnungsentwurf nicht beeinsprucht wird.
Kostenbeschränkung für das Handy in Planung
Demnach müssten nämlich alle Datendienste, die mehr als 50 Euro kosten, durch den Mobilfunkanbieter gesperrt werden. Außerdem müssten Netzbetreiber ihre Kunden im In- und Ausland benachrichtigen, wenn die Handyrechnung 30 Euro übersteigt. Bereits seit Jahresbeginn umgesetzt ist, dass Konsumenten nun drei Monate statt nur ein Monat Zeit haben, ihre Handyrechnung zu beanstanden.
Laut Arbeiterkammer NÖ seien die Konsumentenanfragen bezüglich Internet und Telefonie im Jahr 2011 um über zehn Prozent gestiegen, wobei es eine verstärkte Verlagerung zum Thema Telefonie gab. Beratungen wegen Internetbetrugsfällen wie vermeintlichen Gratisangeboten nahmen heuer erstmals ab. Dennoch finden die Betrüger stets neue Wege, um über das World Wide Web an Geld zu kommen.
Immer wieder neue Tricks des Internetbetrugs per Mail
Auffällig war 2011 laut Arbeiterkammer, dass die Leute dabei immer häufiger direkt angesprochen werden, zum Beispiel per E-Mail. „Gefälschte E-Mails von Verwandten, die dringend Geld brauchen, sowie Nachrichten über Erbschaften oder Gewinne sind keine Seltenheit“, erklärt Rezek. Er rät dazu, solche E-Mails immer gleich zu löschen.
„Wir vermuten bei der Cyberkriminalität eine enorme Dunkelziffer“, erklärt auch AKNÖ-Konsumentenberater Manfred Neubauer. In vielen Fällen könne ein einzelner Klick schon zu horrenden Kosten führen. „Sind einmal Vorauszahlungen getätigt worden, ist es schwer, diese wieder zurückzugewinnen,“ so Neubauer. Und weil Betrüger immer gefinkelter vorgehen, sollten die Konsumenten vorsichtiger werden. Schließlich habe niemand etwas zu verschenken – und das gilt auch für das Internet.
AKNÖ-Bilanz 2011:
AKNÖ-Bilanz 2011:
1.175.035 Euro hat der AKNÖ-Konsumentenschutz 2011 insgesamt zurückgeholt, das entspricht einem Plus von rund 11 Prozent gegenüber 2010.
38.602 Anrufe gingen bei der Konsumentenschutz-Hotline ein (-18,41 % gegenüber 2010).
In 9151 Fällen waren persönliche Beratungen nötig (-8,17 %).
2628 Mal musste der AKNÖ-Konsumentenschutz 2011 bei Firmen intervenieren.






