Allein geht’s nicht
Ab einer gewissen Komplexität des Themas sollte man eigentlich die Finger davon lassen. Aber manches ist zu wichtig, um zu kneifen.
Dazu gehört das Symposion Lindabrunn im Bezirk Baden. Der Bildhauer Mathias Hietz (1923 bis 1996) hat es im Jahr 1967 auf dem Gelände eines bedeutenden Steinbruchs ins Leben gerufen. Das Lindabrunner Konglomerat fand schon in der Römerzeit Verwendung. Es wurde zum Bau der ersten Wiener Hochquellwasserleitung, für Bauten und Denkmäler in Wien verwendet und wird für Verkleidungen von Autobahnbrücken und U-Bahn-Stationen genützt.
Vor allem aber diente das idyllische Gelände als Ort künstlerischer Arbeit. Dutzende Bildhauer aus aller Welt haben hier wichtige Skulpturen hergestellt, die heute noch in Lindabrunn zu bewundern sind.
Der Versuch, das Symposion Lindabrunn nach dem Tod von Hietz zu erweitern und weiterzuführen, funktioniert nur in Ansätzen. Der Verein Symposion Lindabrunn ist eingezwängt zwischen den Bedürfnissen von Christian Blazek (Gärtnerei Wartholz), der hier Steine bricht, den Wünschen der Gemeinde, die ein Freizeitzentrum errichten will, und dem Desinteresse des Landes, das darauf wartet, wer sich durchsetzt.
Dabei möchte der Verein gar kein künstlerisches Wolkenkuckucksheim errichten, sondern den Steinbruch in seiner Einzigartigkeit zu einem touristischen Hotspot der Region machen. Bloß: Allein schaffen sie es nicht. Und niemand hilft.
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