Ganz sicher ein Ziel vieler tiefer Männerwitze: die „Watchgroup gegen sexistische Werbung“, die jetzt in Wien – nach Initiativen in Graz und Salzburg – gegründet wurde.
Das Ziel des Projektes ist klar: die Verhinderung sexistischer Darstellungen meist weiblicher Körper in der Öffentlichkeit. Das hat viel mit Menschenwürde zu tun, richtet sich aber noch mehr gegen die falsche Geschlechterwahrnehmung von Frauen als verfügbare Ware.
Das Problem ist umfassend und längst nicht nur auf die oft zitierten Palmers-Plakate beschränkt.
In einer ORF-Eigenwerbung wird einer Frau das Kleid vom Leib gerissen und sie steht für Sekunden oben ohne dar. Oder das Volkstheater, wo eine blutjunge Schauspielerin in der „Dreigroschenoper“ völlig nackt auftreten muss (und nur, ja, das gibt’s tatsächlich, ein so genanntes Schamhaartoupet trägt).
Von den Boulevard-Zeitungen mit den nackten Frauen vorne und den Nutten-Kleinanzeigen hinten im Blatt wollen wir gar nicht erst reden. Ebenso wenig von den Filmtrailern der Privatsender, die dafür immer zu Szenen mit besonders viel nackter Frauenhaut greifen.
Sex sells, das ist keine Frage. Und für eine neue Prüderie soll hier keine Lanze gebrochen werden. Aber ein gesundes Geschlechterbild gehört zu den Grundkonfigurationen einer aufgeklärten, zivilisierten Gesellschaft. Deshalb ist der Gesetzgeber dringend gefordert. Denn in einer solchen Gesellschaft wollen wir doch leben!






