Alles, was das politische Österreich aufzubieten hat, schaut derzeit gespannt nach Niederösterreich. Zwar wählt auch Kärnten am 3. März, zwar sind die Wahlgänge in Salzburg und Tirol auch nicht mehr weit weg, doch, kein Zweifel, es ist Niederösterreich, das im Mittelpunkt steht. Das hat mehrere Gründe. Da ist einmal die Bedeutung des Landes, das mit einer ganz selten gewordenen absoluten Mehrheit regiert wird. Und da ist vor allem der einflussreichste Landeshauptmann Österreichs, Erwin Pröll.
Da ist einmal das skurrile Duell, welches der längstdienende Landeshauptmann mit Frank Stronach auszutragen hat. Skurril deshalb, weil Stronachs Kandidatur keine sachlichen Gründe, sondern ausschließlich revanchistisches Gedankengut in sich birgt. Der kaum versteckte Schaum vorm Mund, den Stronach produziert, wenn er den Namen des Landeshauptmannes ausspricht, lässt erahnen, wie sehr sich der alte Mann an Erwin Pröll rächen möchte. Für eine nicht erlaubte Weltkugel in Ebreichsdorf, für ein nicht realisiertes Fußballstadion in Wiener Neustadt. Zur Landespolitik fallen Stronach ja fast ausschließlich Plattitüden („von Wirtschaft keine Ahnung“) ein, sein Beweggrund zu kandidieren heißt ausschließlich Erwin Pröll. Und trotzdem wird diese Auseinandersetzung Gradmesser dafür sein, ob Stronachs Partei in Österreich überhaupt eine größere Rolle spielen wird. Die Gefahr, durch die Wahlen in Niederösterreich den Ruf als unberechenbarer Angreifer zu verlieren, ist groß.
Doch es ist nicht nur Frank Stronach, der die Landtagswahlen am 3. März bundespolitisch bedeutsam macht. Schafft es Erwin Pröll die absolute Mehrheit zu halten, ist jetzt schon klar, dass sein Einfluss auf die Bundespolitik (nicht nur auf die Bundes-ÖVP) ein noch größerer werden wird. Kein Zweifel, dass ein Erfolg bei uns im Lande, nach dem Sieg bei der Volksbefragung, Michael Spindelegger enormen Rückenwind verschaffen könnte. Und das ist genau der Grund, weshalb auch die Bundes-SPÖ recht nervös nach Niederösterreich blickt.
Durch das medial hochbewertete Duell Erwin Pröll gegen Frank Stronach ist die Position der blaugelben SPÖ noch schwächer geworden, als sie es die vergangenen fünf Jahre ohnedies schon war. Werner Faymann weiß: Nach der schallenden Ohrfeige, die die SPÖ am 20. Jänner bei der Volksbefragung verpasst bekam, wäre ein weiteres Absacken in Niederösterreich ein ganz schlechtes Vorzeichen für die Nationalratswahlen, die spätestens im Herbst stattfinden werden. Vielleicht aber auch schon früher.
















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