Im Fußball ist die Sache einfach. Hat der Trainer keinen Erfolg, muss er von einem Tag auf den anderen gehen. Das kann zwar recht teuer werden, denn er verliert dadurch nicht seine finanziellen Ansprüche, aber noch teurer sind Niederlagen und verpasste Aufstiegschancen. Außerdem beruhigt es die Fans. Die können bei Misserfolgen nämlich ganz schön rabiat werden.
In der Kunst geht es meist viel feiner zu. Da werden die Verträge erfüllt, wie sinnlos das manches Mal auch sein mag.
Joachim Schlömer hat zu Beginn der Saison 2009/2010 die Stelle als künstlerischer Leiter des Festspielhauses St. Pölten angetreten und seither zwar viel Geld verbraten (etwa bei der Errichtung der ungenützten „Verbotenen Stadt“), aber bis heute zu wenig Publikum angelockt.
Und das ist keine Frage der Qualität des Gebotenen, die oft ausgezeichnet ist, sondern ein Problem des Rufes, den sich das Festspielhaus unter Schlömer erworben hat. Dieser Ruf ist kein guter und wird sich nicht mehr ändern.
Das kann uns nun gleichgültig sein, denn es wird dabei ja nur Steuergeld verbrannt (Achtung, Ironie!). Für das Image und die Zukunft des Festspielhauses sollte man aber die Pferde im Galopp wechseln, also möglichst rasch Schlömer verabschieden und eine neue Leitung installieren. Und nicht bis zum angekündigten Ende der Ära Schlömer Mitte 2013 warten.
Das ist auch zum Vorteil Schlömers, der in St. Pölten nicht mehr gewinnen wird. Vielleicht lernt Kunst doch vom Fußball.






