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13.02.2012 | 00:00
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 Verrückte oder einfach Grenzgänger?

EXTREMSPORTLER / Niederösterreichs Sportlern ist kein Gebäude zu hoch, kein Land zu kalt und schon gar keine Strecke zu lang.

VON BERNHARD SCHIESSER

Für solche Typen wurde der Begriff „Extremsportler“ kreiert! Sie suchen die Herausforderung und lösen damit bei ihren Fans und Freunden Bewunderung, aber auch Kopfschütteln hervor.

Niederösterreich zittert seit Tagen, ob der extremen Kälte. Für Dieter Preiss aus Pleissing (Bezirk Hollabrunn) stellen diese Verhältnisse hingegen ideale Trainingsbedingungen dar. Der 34-Jährige wird im März beim Marathon über den zugefrorenen Baikalsee in Sibirien teilnehmen. Schon im Vorjahr wagte er sich beim Sibirien-Eismarathon bei minus 32 Grad Celsius an den Start. Durch das Retzerland läuft er derzeit in Begleitung seines Hundes in kurzer Hose und kurzem Leibchen, um sich optimal auf die Bedingungen in Russland vorzubereiten. „Nach Sibirien habe ich keine Angst mehr vor tiefen Temperaturen“, lacht Preiss. Er erklärt den Reiz an der Sache: „Der Stolz, es geschafft zu haben. Das ist einfach Abenteuer pur!“

Mit tiefen Temperaturen kennt sich auch der Wiener Neustädter Martin Zach aus. Der 32-Jährige nahm im Jänner an der „Fulda-Challenge“ im kanadischen Yukon Valley teil. In zehn Teildisziplinen – unter anderem Schneeschuh-Rennen, Schlittenziehen, Schneemobil-Rennen usw. – matchten sich Hartgesottene aus der ganzen Welt.

„Bei diesen Temperaturen  frieren die Augen zu“

Das Schwierigste waren für Zach freilich die eisigen Bedingungen um minus 30 Grad Celsius: „Jedes Luftholen ist wie tausend Nadelstiche in der Lunge. Wenn man sein Gesicht nicht schützt, frieren binnen Sekunden die Wimpern und sogar die Augen zu!“

Bedeutend wärmer, aber dafür nicht minder anstrengender legt es der Lasseer (Bezirk Gänserndorf) Rainer Predl an. Der 22-Jährige lief im Dezember 100 Kilometer auf dem Laufband. In 7:15:08 Stunden stellte er dabei einen neuen Weltrekord auf. Im Sommer will er diese Leistung toppen und auf den 1000-Kilometer-Rekord losgehen. Das Sechs-Tage-Spektakel soll auf der Wiener Mariahilfer Straße steigen. Seine Beweggründe? „Ich glaub’, ich bin ein wenig verrückt, denn einen gewissen ‚Grundposcha’ brauchst du für so etwas schon.“

Frei von jeder Verrücktheit sind grundsätzlich Menschen, die aus Gesundheitsgründen anstelle des Lifts die Treppe nehmen. Ist das Gebäude aber 1600 Meter hoch, hat es 1040 Stufen, 52 Stockwerke und steht noch dazu in Dallas, dann muss man mindestens Idealist sein. Der Teesdorfer (Bezirk Mödling) Rolf Majcen bezwang den Wolkenkratzer in 5:38 Minuten am schnellsten und war entsprechend stolz: „Dafür hab ich zuletzt intensiv die 779 Stufen am Wiener Donauturm trainiert.“

Elf Tage war der Gänserndorfer Andreas Dengler unterwegs, um im Rahmen des „Race Across America“ 4800 Kilometer auf dem Fahrrad von Amerikas West- zur Ostküste zu bewältigen. Auf Rang 14 im wohl härtesten Radrennen der Welt war der 41-Jährige stolz: „Dieses Gefühl bei der Zieldurchfahrt ist unbeschreiblich. Es war jeden Kilometer wert.“

Zermürbend. „Du siehst eine Welle und wenn du oben bist, wartet die nächste“, beschreibt Andreas Dengler das Race Across America.

Zwei „coole“ Typen:

Links: Der Wr. Neustädter Martin Zach bei der „Fulda Challenge“ in Kanada.

Rechts: Der Pleissinger Dieter Preiss trainiert für den

Baikalsee-Marathon.

ZVG

Laufbandweltmeister: Rainer Predl.

Liftboy auf Teesdorfer Art. Rolf Majcen erklomm die 1040

Stufen des „Fountain Place Building“ in Dallas am schnellsten.





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