Der voranliegende Kroate Ivica Kostelic verzichtet auf die Teilnahme beim Parallel-Event im Luschniki-Park (15.45 Uhr/Live ORF 1) verletzungsbedingt, der Schweizer Beat Feuz müsste bei einem vorzeitigen Ausscheiden Hirscher schon gewinnen, um sich wieder in die Pole Position zu katapultieren. Nach dem Doppelsieg in Bansko hält Hirscher bei einer Quote von 68,3 Punkten pro gefahrenem Rennen.
13 Saisonbewerbe stehen noch auf dem Programm, das Top-Trio Kostelic (1.043), Hirscher (1.025) und Feuz (973) will auch weiterhin für Spannung im Kampf um die große Kristallkugel sorgen. Die Entscheidung wird wohl erst in der Finalwoche in Schladming fallen, möglicherweise im allerletzten Rennen, dem Slalom am Sonntag. "Es wäre natürlich bestens, wenn ich so lange mithalten kann. Aber es hilft mir am meisten, wenn ich von Rennen zu Rennen denke", sagte Hirscher in der ORF-Sendung "Sport am Sonntag".
In Moskau hat Hirscher bereits im November 2009 einmal gewonnen, dies war aber ein reiner Promotion-Bewerb. Nach dem Sieg von Kostelic in München 2011 werden nun ein weiteres Mal Weltcuppunkte in einem City-Parallel-Event vergeben, gefahren wird auf einer 60 m langen Rampe. "Das ist eine super Geschichte und hat Zukunft. Für den Zuschauer daheim ist es normalerweise schwer zu sehen, wer schneller ist. Beim Parallelbewerb und dem Kampf Mann gegen Mann sieht man die Fehler und warum jemand einen Meter verliert." Der Weltcup geht übrigens in unmittelbarer Nähe des Stadions über die Bühne, in dem ab 18.00 Uhr in der Fußball-Champions-League Real Madrid gegen ZSKA spielt.
Über ein Antreten in den beiden Super-G diese Woche in Crans Montana hat Hirscher noch keine Entscheidung gefällt, er macht dies auch nicht vom Ausgang des Moskau-Bewerbes abhängig. "Mal sehen, wie sich der körperliche Zustand entwickelt, es ist schon sehr anstrengend. Wenn ich genug Substanz habe, dass ich am Sonntag einen halbwegs vernünftigen Riesentorlauf fahren kann, fahre ich davor Super-G. Ich würde das gerne, aber die Prioritäten liegen auf den Stärken." Seine Ziele sind die kleinen Kristallkugeln im Slalom und Riesentorlauf, herumspekuliert wird aber nicht. "Ich muss gut fahren, das ergibt dann super Resultate", lautet die Vorgabe.
Die Moskau-Teilnehmerfelder bei Damen und Herren setzen sich jeweils aus den Top-15 der Weltrangliste zusammen, für Russland gibt es je eine Wildcard. Da mehrere Athleten auf den Kurz-Tripp nach Russland verzichten, darunter der Schweizer Didier Cuche, der US-Amerikaner Bode Miller, aber auch die Österreicher Benjamin Raich und Hannes Reichelt, rutschen schlechter gereihte nach. Für Österreich sind Hirscher, Romed Baumann, Mario Matt und Philipp Schörghofer am Start sowie Elisabeth Görgl, Anna Fenninger, Marlies Schild, Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Nicole Hosp. Die ersten zehn der Damen-Weltrangliste sind geschlossen vertreten, angeführt von der US-Amerikanerin Lindsey Vonn.
Vonn holte sich am vergangenen Wochenende mit Platz drei in der Abfahrt in Krasnaja Poljana/Sotschi hinter der Deutschen Maria Höfl-Riesch die Kristallkugel und ließ ihr tags darauf eine weitere in der Super-Kombination folgen. Der Bewerb fand wegen schlechter Pistenpräparierung allerdings nicht statt. Die Abfahrtszweite Görgl, die am Montag ihren 31. Geburtstag feierte, hat gute Erinnerungen an den Parallelbewerb vor einem Jahr in München, als sie hinter der Schwedin Maria Pietilä-Holmner und der Slowenin Tina Maze Dritte wurde.
Hirscher will sich in Moskau Gesamtführung schnappen

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