VON ROUVEN ERTLSCHWEIGER
Dass Raphael Holzhauser in der Mercedes-Stadt Stuttgart ein Geschoß der Schwaben (C-Klasse Coupé mit 200 PS) fährt, war klar. Dass der 18-Jährige bei seinem Bundesliga-Debüt für den VfB aber so überhaupt keine Nerven zeigte, indes schon weniger. „Es klingt vielleicht komisch, aber ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt.“ Mag sein, dass es daran lag, dass Stuttgart zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:3 „Auf Schalke“ zurücklag. Und Holzhauser in den letzten fünf Minuten von den 62.000 Fans relativ milde empfangen wurde. Egal. „Die Stimmung war jedenfalls genial“, schwärmt der Teesdorfer im Gespräch mit der NÖN. „Davon habe ich immer geträumt, es war schon beim Aufwärmen ein unglaubliches Gefühl.“
Holzhauser: „Muss mich in jedem Training beweisen“
Zeit zum Abheben hat der 1,93 Meter-Hühne aber keine. Entscheidend ist, dass er jetzt an der Mannschaft dranbleibt, und weiter regelmäßig zu seinen Einsätzen kommt. Das weiß er auch selbst. „Ich muss mich in jedem Training beweisen, und am Wochenende immer wieder hoffen, dass ich im Kader dabei bin“, bleibt Holzhauser Realist. Denn die Konkurrenz auf seiner Position im zentralen Mittelfeld ist mit Zdravko Kuzmanovic und Christian Gentner nicht von schlechten Eltern. „Ich sehe es positiv, weil ich von den beiden in jeder Einheit viel lernen kann.“ Dass er in der Mannschaft so gut aufgenommen wurde, liegt auch an der Unterstützung seines Teamkollegen und Landsmannes Martin Harnik. „Dass er da ist und mich super unterstützt, ist schon ein großer Vorteil. Da geht natürlich einiges leichter.“
Obwohl sich Holzhauser schon sehr gut in Stuttgart und seiner kleinen Wohnung eingelebt hat, nützt er auch gerne die Gelegenheit, nach Hause zu fahren. „Einmal pro Monat geht es sich immer aus – zudem kommt mich meine Familie auch regelmäßig besuchen.“
Was ihm am meisten fehlt, ist die österreichische Küche. „Das Essen ist mir die letzten zwei Jahre schon sehr abgegangen. Über Weihnachten habe ich aber viel nachgeholt, da war ich nämlich zwei Wochen zu Hause“ (lacht).
Sehr lange muss er auf die gute Hausmannskost ja auch nicht mehr verzichten. Im Feber ist der Jung-Profi sowieso wieder in der Heimat, wenn sich die ÖFB-U21-Nationalmannschaft zu einem Lehrgang trifft. Dann lernt Holzhauser übrigens auch seinen neuen Teamchef Werner Gregoritsch persönlich kennen, der Andi Herzog in dieser Funktion beerbt hat. „Ich freue mich schon sehr, denn ich weiß, dass er in Kapfenberg sehr gute Arbeit geleistet hat.“
Bis es so weit ist, heißt sein Alltag aber kräftig Gas geben bei Stuttgart in der Ersten Deutschen Liga …





