Klaus Kröll hat am Freitag die erste von zwei Weltcup-Abfahrten in Chamonix gewonnen. Der 31-Jährige Steirer triumphierte in einem wahren Hundertstelkrimi - die ersten fünf waren nur durch 8/100 getrennt - auf der Kandahar-Piste im Mont-Blanc-Massiv mit dem kleinstmöglichen Vorsprung vor dem US-Amerikaner Bode Miller (+0,01 Sek.).
Titelverteidiger Didier Cuche (+0,04) aus der Schweiz, der zuletzt die "Sprints" in Kitzbühel und Garmisch für sich entschieden hatte, wurde unmittelbar vor dem Tiroler Romed Baumann und dem kanadischen Weltmeister Erik Guay (beide ex aequo 4./je +0,08) Dritter. Für Österreichs Ski-Herren war es der erste Speed-Erfolg in dieser Saison und der erste in der schnellsten Alpin-Disziplin seit dem 12. März des Vorjahres, als der Salzburger Michael Walchhofer die zweite Abfahrt in Kvitfjell gewonnen hatte.
"Das war ein brutal knappes Rennen. Ich habe so geschwitzt im Ziel beim Warten, weil ich oben so schlecht gefahren bin. Die Genugtuung ist aber jetzt umso größer", betonte Kröll nach dem insgesamt vierten Weltcup-Sieg seiner Karriere, dem dritten in der Abfahrt nach Kvitfjell 2009 und Wengen im Vorjahr. Beim Abschwingen hatte der "Bulle aus Öblarn" nicht damit gerechnet, dass er am Ende ganz oben auf dem Podest stehen würde.
Miller fehlten im Ziel nach 3.215 Metern umgerechnet exakt 26 Zentimeter auf Kröll. "Das ist nicht mein Hang hier", meinte der Ex-Weltmeister und Super-Kombinations-Olympiasieger. "Vor allem oben habe ich viel Risiko genommen, um Zeit herauszuholen, weil ich gewusst habe, dass ich unten verlieren werde."
Cuche, dem auch nur umgerechnet 1,04 Meter auf Kröll fehlten, vergab dagegen seinen dritten Abfahrtssieg en suite im technischen Teil. "Oben war es keine perfekte Fahrt, und auch in der Mitte bin ich einmal nicht präzise genug gefahren, um viel Tempo ins Flache mitzunehmen", erklärte der Führende im Spezial-Weltcup und freute sich bereits auf die Revanche am Samstag. "Das Gute ist, dass man hier schon 24 Stunden später wieder angreifen und es besser machen kann."
Das war auch die Zielsetzung von Baumann. "Denn heute wäre auf jeden Fall der Sieg drinnen gewesen. Aber auch mich hat es oben in der Panorama-Kurve rausgetragen, da war ich kurz im Tiefschnee und damit der Sieg weg", wusste der Tiroler, wo er die entscheidenden Hundertstel bzw. 2,07 Meter auf seinen ÖSV-Teamkollegen verloren hatte.






