Kärntens Landeshauptmann Dörfler hat am Donnerstag ein "klares Bekenntnis" der ÖBB-Bosse Horst Pöchhacker und Christian Kern zur Koralmbahn geortet. Vorstandsvorsitzender Kern hatte am Mittwoch deponiert, zur Entlastung des Bundes könnten die ÖBB Investitionen in den nächsten fünf Jahren um 750 Mio. bis zu einer Milliarde Euro zurückfahren - ohne bei ihren großen Tunnelprojekten zu streichen.
Kern hatte allerdings auch gesagt, die Entscheidung darüber liege letztlich bei der Bundesregierung. Das Bekenntnis von Kern zum Koralmtunnel stelle klar, dass der Bau des für Kärnten und Österreich wichtigen Tunnels planmäßig durchgeführt werde, so der Landeshauptmann. Erst vor wenigen Tagen habe auch ÖBB-Aufsichtsratschef Pöchhacker die volkswirtschaftliche und regionalpolitische Bedeutung der Südachse für Österreich gelobt und klar Position bezogen, dass der Koralmtunnel auch fertig gebaut gehöre, sagte Dörfler.
"Südösterreich hat ein Recht auf eine gute Anbindung zum Zentralraum Österreichs wie auch zum europäischen Schienennetz", so Dörfler. Ebenso positiv sah er die Absage Kerns für einen möglicherweise einröhrigen Koralmtunnel. Die Baukosten würden so nur unwesentlich gesenkt. Ein einröhriger Tunnel widerspreche auch der Koralmbahn als "Herzstück der Baltisch-Adriatischen-Achse", betonte der Landeshauptmann.
Die Grüne Verkehrssprecherin Moser vermisst unterdessen bei ÖBB-Chef Kern den Mut zum ihrer Ansicht nach richtigen Sparen. Dieser habe nach wie vor einen "Tunnelblick", wenn er die "grob überschätzten Megatunnel vom Semmering über Koralm bis Brenner schönzureden" versuche. Moser dazu: "Da war Kern schon einmal mutiger, als er öffentlich sagte, dass die geplanten Milliardeninvestitionen 'mehr als genug' seien."







