VON HEINZ BIDNER
Auf den Tiefkühlkostproduzenten Frisch&Frost (Bauernland, Toni Kaiser) mit knapp 290 Mitarbeitern in Hollabrunn könnten große Veränderungen zukommen. Jetzt wurde Gerfried Pichler, einer der beiden Geschäftsführer, dienstfrei gestellt. Das bestätigt der zweite Geschäftsführer, Ewald Trum, gegenüber der NÖN.
Pichler habe den Eigentümern angeboten, Teile des Betriebs zu übernehmen, so Trum. Daher sei Pichler vorerst vom Dienst freigestellt worden: „Es wäre ja schwer, mit zwei Hüten zu arbeiten.“ Interimistisch ersetzt Thomas Bargetzi Pichler.
Konkret gehe es bei diesem angebotenen teilweisen Management-Buyout um einzelne süße und pikante Geschäftsfelder – mit Produkten wie Germknödel oder Gemüsestrudel, erklärt Trum. Sie würden weniger als ein Drittel des Gesamtgeschäfts ausmachen. Die Kartoffelverarbeitung – samt Pommes-Produktion für McDonald’s – sei nicht davon betroffen, so Trum. Hier wären bereits Investitionen von 1,5 bis 2 Mio. Euro für Linienausweitungen und neue Fritteusen geplant.
Wie es hinsichtlich Pichlers Angebot weitergehen wird, sei also noch völlig offen, betont Trum. Eine Entscheidung der Eigentümer sei erst im Sommer zu erwarten.
Mehrheitseigentümer mit 75 Prozent ist seit 2010 der niederländische Kartoffelverarbeiter Lamb Weston / Meijer (LWM), 25 Prozent hält noch Raiffeisen Ware Austria.
Zuletzt Millionen an Verlusten angesammelt
Insgesamt hat Frisch& Frost zwei harte Jahre hinter sich, was wohl mit ein Grund für die aktuellen Umstrukturierungs-Überlegungen sein könnte. Laut Firmenbuch schrieb das Unternehmen zuletzt 2009 Gewinne. Damals lag der Jahresüberschuss (EGT) bei 1,7 Mio. Euro. Im Rumpf-Geschäftsjahr 2011 lag der Fehlbetrag bereits bei 3,1 Mio. Euro (Frisch& Frost bilanziert seither wie Haupteigentümer LWM asynchron zum Kalenderjahr per 30. Juni).
Ewald Trum führt die Verluste auf die „qualitäts- und mengenmäßig schlechten Ernten 2009 und 2010“ zurück. Man hätte mehr Leute zum Aussortieren benötigt, die Ausbeute wäre wegen mehr Abfällen geringer gewesen. „Das wird heuer nicht mehr so sein, wir werden schwarze Zahlen schreiben“, prognostiziert Trum, der das Ergebnis von 2009 anpeilt.







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