Das Land Niederösterreich mausert sich immer mehr zum Veranstaltungskaiser punkto Sport-Events. Zuletzt sorgte der Snowboard-Weltcup am Jauerling für Aufsehen, ab Freitag steht mit dem Daviscup gegen Russland in der Arena Nova in Wiener Neustadt bereits das nächste Highlight am Programm.
Allein zum Gaudium für die Zuschauer werden derartige Events aber nicht promotet und subventioniert – vielmehr steckt eine eigene Sportstrategie des Landes dahinter. Ziel ist es, die Marke Niederösterreich sowohl national als auch international zu stärken. „Und damit die Aufmerksamkeit potenzieller Veranstalter zu aktivieren und sich von der Konkurrenz zu differenzieren“, sagt Petra Bohuslav, Landesrätin für Sport & Wirtschaft.
Sport.Land.NÖ nimmt eine Vorreiterrolle ein
Deswegen hat man 2004 das Sport.Land.NÖ ins Leben gerufen und nimmt damit bundesweit noch immer eine Vorreiterrolle ein. Nach wie vor ist Niederösterreich das einzige Bundesland, das neben der Sportförderung auch professionelles Sportsponsoring betreibt – vom Nachwuchs-, Vereins- und Behindertensport bis hin in die Weltklasse. Errungene Medaillen und Pokale sind in dem Kontext eine schöne (Neben-)Sache, die mediale und touristische Wertschöpfung macht nämlich mindestens genauso so viel Freude. Dazu Bohuslav: „Unterm Strich lässt sich sagen, dass mit jedem Euro, der im Sport eingesetzt wird, sieben Euro an Wertschöpfung erzielt werden.“
Anna Kleissner, vom Institut für Sportökonomie „SportsEconAustria“, untermauert ebenfalls mit Fakten, dass Sport in Österreich ein wesentlicher „Player“ ist. Die direkte Bruttowertschöpfung beträgt 10,73 Milliarden Euro, das sind 4,89 Prozent des BIP. Knapp 243.000 Personen sind direkt in der Sportwirtschaft beschäftigt. Vergleicht man diese Zahlen, dann erkennt man, dass die Sportwirtschaft nicht nur eine beschäftigungsintensive Sparte, sondern auch ein Motor für Arbeitsplätze ist. „Jeder elfte Arbeitsplatz ist in Österreich direkt oder indirekt vom Sport abhängig“, so Kleissner. Geht man in die Tiefe, kristallisieren sich in Niederösterreich zwei Bereiche speziell heraus. Fußball, und zur Überraschung vieler, der Pferdesport. Alleine die 518 Fußballvereine im Land generieren eine direkte Wertschöpfung von 21,4 Millionen Euro. Bei den Beschäftigten hat man einen direkten Effekt von 4974 Arbeitsplätzen. Punkto Pferdesport wird pro Jahr gar eine Wertschöpfung von 104,51 Millionen Euro erzielt.
In der Statistik ist der Sport unterrepräsentiert
Auf europäischer Ebene kann man punkto Sport-Kennzahlen nur auf Hochrechnungen aus dem Jahr 2006 zurückgreifen, als Österreich die Ratspräsidentschaft führte. Neue Zahlen werden erst im April von der EU-Kommission veröffentlicht.
Damals hatten die Mitgliedsstaaten einen direkten Wertschöpfungseffekt von 324 Milliarden Euro – waren 10.263.486 Menschen europaweit im Sportbereich beschäftigt. Kleissner: „Mit diesen Zahlen kommt keine andere Branche mit.“ Das Problem ist, dass Sport in der Statistik unterrepräsentiert ist. Denn was mit Sport definiert ist, ist nur die Tätigkeit in Vereinen und der Betrieb von Sportstätten. Es fehlen der Sporthandel, Tourismus, Sportstättenbau, Sportartikelproduktion, Unterrichtswesen, Wetten etc. „Betrachtet man aber das gesamte „Wertschöpfungsnetzwerk Sport“, mit allen Bereichen, die dazugehören, liegt man gar über einer Landwirtschaft“, so Kleissner.
TOP-SPORT-EVENTS
Event Zuschauer
1. Waldviertel Rallye 45.000
2. Austrian Golf Open 20.300
3. Ironman 70.3 20.000
4. Beachvolleyball Baden 15.000
5. Daviscup 14.000
6. Wachaumarathon 12.000
7. Ladies Golf Open 10.000
8. Wachauer Radtage 5.000
9. NÖ Etappe Ö-Radrundfahrt 5.000
10. „Großer Preis von NÖ“ im Rahmen der Apropos Pferd 2.000
Quelle: Sport.Land.NÖ, Top-10-Events 2011, ohne Fußball-Meisterschaften







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