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13.02.2012 | 00:00
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Zielpunkt will ins Wein-und Waldviertel
Jan Satek will Zielpunkt (3000 Mitarbeiter, 300 Filialen, Zentrale in Wien) als Nahversorger positionieren. Im Mai 2010 hatte der deutsch-luxemburgische Finanzinvestor BluO das angeschlagene Unternehmen von der deutschen Tengelmann-Gruppe gekauft, als Sanierer wurde der Deutsche Jan Satek gerufen. Zielpunkt hat im Lebensmitteleinzelhandel einen Marktanteil von vier Prozent.
PLÄNE / Der neue Zielpunkt-Eigentümer Jan Satek über den rund 20 Millionen Euro schweren Deal, harte Konkurrenz, falsche Gerüchte und Franchise-Pläne.

VON HEINZ BIDNER

Der bisherige Zielpunkt-Vorstandschef Jan Satek hat dem Finanzinvestor BluO letzte Woche das Unternehmen rückwirkend per Jahreswechsel abgekauft. Satek konnte die Verluste zuletzt stark reduzieren, im Vorjahr waren es 5 Mio. Euro (EBITDA). Ab 2013 soll es Gewinne geben.

 

NÖN: Der Lebensmitteleinzelhandel wird von wenigen Großen dominiert. Der Konkurrenzkampf ist hart, die Spannen relativ gering. Warum tun Sie sich einen Sanierungsfall wie Zielpunkt an?

Satek: Ich habe das Unternehmen zuvor als Vorstandsvorsitzender geführt, ich habe es lieb gewonnen. Zielpunkt war in der Vergangenheit hoch defizitär – durch verschiedene strategische Fehlentscheidungen des Vorvoreigentümers. Mittlerweile sind wir auf einem richtig guten Weg.

NÖN: Es wurden neben Ihnen zwei weitere Investoren genannt, die Zielpunkt gekauft haben. Wer ist noch beteiligt?

Satek: Die möchten nicht genannt werden. Es ist aber keiner aus dem Lebensmittelhandel.

NÖN: Wie schwer ist dieser Deal?

Satek: Das gesamte Transaktionsvolumen liegt im zweistelligen Millionen-Bereich.


NÖN: 10, 20, 30 Millionen Euro?

Satek: Eher um die 20 Millionen.

 

NÖN: Was sagen Sie zur Spekulation um eine Fusion mit dem oö. Großhändler und Unimarkt-Betreiber Pfeiffer?

Satek: Davon weiß ich nichts. Das kann ich derzeit guten Gewissens dementieren.

 

NÖN: Es wurde auch kolportiert, dass Sie das Unternehmen bald weiter verkaufen wollen.

Satek: Mein Horizont ist langfristig.

 

NÖN: Auf Jahrzehnte?

Satek: Ja. Ich bin 45, ich kann mir durchaus vorstellen, noch länger hier zu bleiben.

 

NÖN: Sie sind weiter auf Investorensuche, wollen aber Mehrheitseigentümer bleiben?

Satek: Ja, definitiv. Je mehr Geld ich einholen kann, desto schneller geht die Sanierung voran.

 

NÖN: Da gibt es viel zu tun, die Filialoptik ist veraltet.

Satek: Wir haben 33 der 300 Filialen umgebaut, um verschiedene Konzepte zu testen. Ich kenne Wettbewerber, die stecken 400.000 Euro, teils auch 800.000 Euro in einen einzigen Filialumbau. Das ist aus meiner Sicht Wahnsinn. Das Geld sehen sie erst in Jahrzehnten wieder.

 

NÖN: Wann wollen Sie Ihre Investitionen wiedersehen?

Satek: Wenn wir in eine Filiale investieren, in drei Jahren.

 

NÖN: Wie viel Geld soll in den nächsten 3 bis 4 Jahren fließen?

Satek: 15 Mio. Euro sind schon fix budgetiert. Wenn ich noch weitere Investoren an Bord holen kann, entsprechend mehr.

 

NÖN: Sie haben angekündigt, fünf bis zehn Standorte pro Jahr neu aufzumachen.

Satek: Wir haben vor drei Wochen eine neue Filiale in Graz eröffnet. Wir werden heuer dort eine zweite, zwei in Wien und eine in Hollabrunn aufmachen.

NÖN: Sie werden wohl auch schlechte Standorte schließen.

Satek: Wenn ich im Jahr fünf bis zehn Standorte eröffne, werde ich ebenso viele schließen. Ziel ist, dass wir in den nächsten zwei Jahren so umstrukturieren, dass wir bessere Standorte haben – und dann wieder wachsen.

 

NÖN: Wie viele Filialen sollen es in fünf Jahren sein?

Satek: 300 bis 340.

 

NÖN: Sie wollen ja Nahversorger sein. Sind auch kleinere Gemeinden ein Thema?

Satek: Was für uns Sinn macht, ist ein Umkreis, wo rund 4000 Menschen leben. Wir haben auch in NÖ weiße Flecken.

 

NÖN: Sie haben hier 74 Filialen. Wie viele Flecken sehen Sie?

Satek: Schon einige. Richtung Waldviertel sieht es ganz dünn aus. Auch auf dem Weg dahin, also im Weinviertel.

 

NÖN: Überlegen Sie ein Franchise-System, bei dem Sie private Kaufleute unter der Dachmarke Zielpunkt beliefern?

Satek: Die Überlegung habe ich schon. Im Moment habe ich aber andere Sorgen.

 





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