Erstellt am 24. November 2015, 05:28

von Jutta Hahslinger

19-Jährigen über Stunden misshandelt. Trio schlug so lange mit Besenstielen auf 19-Jährigen ein, bis diese zerbarsten. Dann ging es mit Hieben und Fußtritten weiter.

Opferanwältin Sonja Fragner forderte Strenge: »Wehrloser wurde stundenlang traktiert.«  |  NOEN, Jutta Hahslinger

„Meine Mama braucht keiner beleidigen“, kommt es unwirsch von dem 19-jährigen Langenloiser vor Gericht, und die beiden mitangeklagten Spezis auf der Anklagebank (ein Langenloiser, 23, und ein 31-Jähriger aus Krems) stimmen zu. Das Trio gibt dann unumwunden zu, den vermeintlichen Mutter-Beleidiger (19) mit Besenstielen traktiert zu haben, bis diese zerbrachen, und danach noch auf den Wimmernden und am Boden Liegenden eingetreten und mit Faustschlägen eingeprügelt zu haben.

Peiniger forderten Stillschweigen vom Opfer

Damit war es für das Opfer, das sich mit dem 19-jährigen Schläger ein Zimmer in einer betreuten Wohngemeinschaft in Langenlois teilte, aber lange noch nicht ausgestanden. Weitere Prügel folgten. Und die Peiniger forderten Stillschweigen vom Opfer, sonst würde es weitere Hiebe geben.

„Warum ist es noch weitergegangen. Warum setzten sich die Gewaltausbrüche über Stunden fort?“, will Richter Gerhard Wittmann von dem Beschuldigtentrio wissen. Eine plausible Erklärung findet es nicht: „Irgendwie hat es immer wieder angefangen. Keine Ahnung, warum.“

Prellungen am ganzen Körper

Mit schweren Prellungen am ganzen Körper überstand der 19-Jährige das Martyrium. Nun lebt er in einem Pflegeheim, und Opferanwältin Sonja Fragner führt den Beschuldigten drastisch vor Augen: „Das Leben des Opfers ist nach diesen Stunden der Pein so beeinträchtigt, dass es wahrscheinlich nie alleine leben wird können.“

Für den mehrfach vorbestraften Kremser setzt es 18 Monate, davon sechs Monate Gefängnis. Die bislang unbescholtenen Mittäter kommen mit je 15 Monaten auf Bewährung davon.