Erstellt am 19. Mai 2016, 11:37

30 Grad am Wahlsonntag. Föhn sorgt für sommerliche Premiere in diesem Jahr, markante Abkühlung folgt jedoch postwendend am Montag.

 |  NOEN, Symbolbild
Der Urnengang zur Bundespräsidentenwahl am Sonntag findet im Großteil Österreichs bei Sonnenschein statt. Etwaige Restwolken oder Frühnebelfelder in manchen Alpentälern machen rasch der Sonne Platz. Der Südföhn greift lebhaft in die prädestinierten Täler der Nordalpen durch und lässt die Temperaturen in sommerliche Sphären vorstoßen.

„Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 30 Grad, am heißesten wird es aller Voraussicht nach in den Föhngebieten vom Tiroler Unterland über den Flachgau und das Salzkammergut bis zum Mostviertel“, sagt UBIMET-Meteorologe Konstantin Brandes. „Am späten Nachmittag und Abend leiten dann erste Regenschauer und Gewitter in Vorarlberg und Nordtirol aber schon den nahenden Wetterumschwung ein.“
 
Damit wird die 30-Grad-Marke zum ersten Mal in diesem Jahr geknackt, der bisherige Höchstwert von 27,2 Grad stammt bereits vom 5. April aus Lutzmannsburg im Burgenland. „Im langjährigen Mittel werden die 30 Grad je nach Region aber ohnehin erst Anfang bis Mitte Juni erreicht, im Frühjahr sind sie eine Seltenheit“, so Brandes. „Somit sind wir dieses Jahr immer noch verhältnismäßig früh dran – trotz einem bis dato unterkühlten Mai.“

Kaltfront beendet Frühsommer jäh

Das sommerliche Intermezzo währt jedoch nur kurz, denn schon im Laufe des Montags überquert die markante Kaltfront eines nordatlantischen Tiefs mit teils kräftigen Regenschauern Österreich von West nach Ost. Einzig im Osten und Südosten halten sich noch Reste der Warmluft mit
 
bis zu 25 Grad, ehe sich auch hier die kalte Luft durchsetzt. „Im Vergleich zum Vortag kühlt es zu Beginn der letzten Maiwoche somit speziell im Westen um 10 bis 15 Grad ab, Montagfrüh fällt in Vorarlberg sogar wieder bis auf rund 1.200 m hinab Schnee“, so Brandes. „In den
 
Folgetagen geht es dann eher wechselhaft weiter, die Temperaturen beginnen aber wieder zögerlich zu steigen.“

Kontrast zu spätwinterlichem ersten Wahlgang

Unterschiedlicher zum ersten Durchgang der Bundespräsidentenwahl könnte das Wetter am kommenden Sonntag kaum ausfallen. Vor exakt vier Wochen sorgte eine kalte Nordwestströmung für spätwinterliches Feeling. „Mit nur 6 Grad in Salzburg oder 8 Grad in Bregenz lagen die
 
Höchstwerte am 24. April verbreitet im einstelligen Bereich“, erinnert sich der Wetterexperte. „Zudem pfiff den Wählerinnen und Wählern kalter, stürmischer Nordwestwind ins Gesicht, in Reichenau an der Rax am Vormittag des Wahltages beispielsweise mit Böen von 94 km/h.