Erstellt am 01. März 2016, 10:14

von NÖN Redaktion

Alkohol-Wegfahrsperre für mehr Sicherheit. Alkohol am Steuer ist nach wie vor brisant. Durchschnittlich (2012-2014) ereignen sich mehr als 2.400 Alkoholunfälle mit rund 3.200 Verletzen und 34 Getöteten pro Jahr in Österreich.

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"Die besondere Tragik von Alkoholfahrten ist, dass häufig auch nüchterne Personen Opfer von alkoholisierten Lenkern werden. 62 Prozent der bei Alkoholunfällen in den letzten drei Jahren Getöteten waren selbst nicht alkoholisiert. Fast ein Drittel der Todesopfer (29 Prozent) waren Fußgänger", erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

4.000 Personen auch ohne Führerschein alkoholisiert unterwegs

Jedes Jahr wird in Österreich rund 26.000 Personen der Führerschein wegen Alkohol am Steuer entzogen. Für einige kein Hindernis, weiterzufahren: „Aus Untersuchungen wissen wir, dass trotz aller Kontroll- und Strafmaßnahmen die Dunkelziffer der Wiederholungstäter und Schwarzfahrer hoch ist. Mehr als ein Viertel – rund 7.000 – dieser Lenker fährt auch ohne Führerschein weiter, rund 4.000 Personen setzen sich dabei auch wieder alkoholisiert hinters Steuer“, so Thann.

Alkohol-Wegfahrsperre hat sich bewährt

Neben einer kontinuierlichen Bewusstseinsbildung bieten heute Technologien wie die Alkohol-Wegfahrsperre die Möglichkeit, potenzielle Alko-Lenker daran zu hindern, ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen. Das KFV hat in mehreren Pilotprojekten (u.a. im Schülertransport) den Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren getestet. „In der Praxis erwiesen sich diese als funktional und zweckentsprechend und sie leisten einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit“, so Thann. „Wir müssen ein Verkehrsgeschehen schaffen, in dem Alko-Fahrten nicht nur verboten, sondern auch tatsächlich nicht mehr möglich sind. Die moderne Technik – in diesem Fall die Alkohol-Wegfahrsperre – ist dafür ein geeignetes Mittel“, so der KFV Direktor.

Selbstüberschätzung und erhöhte Risikobereitschaft

Schon in geringen Mengen verändert Alkohol das Reaktions- und Wahrnehmungsvermögen. Die Risikobereitschaft steigt, gekoppelt mit extremer Selbstüberschätzung. Durch die stimmungssteigernde Wirkung des Alkohols fühlt man sich leistungsfähiger als man tatsächlich ist.

Alkoholmythen

Was viele nicht wissen: Durch körperliche Betätigung wird die Promillehöhe im Blut nicht weniger. Alkohol lässt sich nicht „ausschwitzen“ und auch durch Kaffee oder Energy Drinks kann man den Alkoholspiegel nicht überlisten. „Wer nicht auf Alkohol verzichten möchte und sicher nach Hause kommen will, sollte sich bereits im Vorfeld um eine Mitfahrgelegenheit bei nüchternen Fahrern kümmern bzw. auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen“, so Thann.