Erstellt am 26. Juli 2016, 08:00

von NÖN Redaktion

„Wir haben uns im Studio verschanzt!“. Zwei ehemalige NÖN-Mitarbeiter erlebten Schießerei in München.

Der Niederösterreicher Sebastian Hieke lebt und studiert in München.  |  privat

Seit 14 Jahren lebt und arbeitet Julia Kautz (34), ehemalige Mitarbeiterin der NÖN Wiener Neustadt, als Musikerin in München. Am Freitag erlebte sie den Amoklauf eines 18-jährigen Deutsch-Iraners in einem Einkaufszentrum, der zehn Todesopfer und 35 Verletzte forderte, hautnah von ihrem Studio aus.

Dieses Foto im Studio wurde zwei Stunden vor dem Amoklauf aufgenommen.
 
 |  privat

Julia Kautz gegenüber dem ORF: „Zum ersten Mal hatte ich wirklich Angst.“ Und: „Wir haben uns im Studio verschanzt, vor dem Fernseher, und waren fassungslos.“

Fassungslos war auch ein zweiter ehemaliger NÖN-Mitarbeiter: Sebastian Hieke hatte in der Kremser Ausgabe als Journalist mitgearbeitet.

"Versteckt euch und bleibt dort, wo ihr seid!"

Hieke zur Situation: „Auf Direktnachrichten-Plattformen machten virale Videos vom mutmaßlichen Täter die Runde, bei der Schussabgabe auf Passanten, danach in hitzigem Streit auf einem Parkdach. Freunde wollten anderorts Schusswechsel gehört haben, sie warnten davor – versteckt euch und bleibt dort, wo ihr seid, der öffentliche Verkehr steht sowieso still.“

Ihn selbst habe „ängstlicher Unglaube“ beschlichen, als er davon gehört hat, dass in jenem Einkaufszentrum Menschen getötet werden, „wo normalerweise mein Großeinkauf erledigt wird“.

Auch die Cobra mit Hauptquartier in Wiener Neustadt war mit 44 Beamten, Hubschraubern und Diensthundeführern vor Ort. „Wir haben unterstützt. Am Anfang war ja noch nicht klar, um wie viele Täter es sich handelt“, so Cobra-Chef Bernhard Treibenreif.