Erstellt am 21. September 2015, 10:54

von Stefan Jedlicka

Attacke gestanden. Bei einem Streit hat eine Frau in Baden ihren Exfreund angegriffen: Töten habe sie ihn nicht wollen, sagt sie.

Baden, Marchetstraße: Hinter dieser Tür lief das Drama ab.  |  NOEN, Foto: NÖN

Es dürfte reichlich Alkohol geflossen sein vor der schrecklichen Bluttat am Dienstagabend in Baden. Was zuerst nach dem Übergriff eines mysteriösen Fremden aussah, entpuppte sich schließlich aber als Gewaltausbruch nach einem langwierigen Beziehungsstreit.

Mit ihrem 39-jährigen Ex-Freund hatte sich eine Badenerin (28) in der Wohnung ihrer Mutter in der Marchetstraße getroffen. Dabei dürfte laut Polizei ausgiebig Alkohol konsumiert worden sein. Es folgte – wie wohl schon mehrmals zuvor – ein Streit und Bedrohungen durch das spätere Opfer. Doch diesmal setzte sich die 28-Jährige zur Wehr. Sie griff zu einem Fixiermesser und stach auf ihren Ex-Lebensgefährten ein.

Schuld vorerst auf  „Ausländer“ geschoben

Sie fügte dem Mann dabei unter anderem einen lebensgefährlichen Lungenstich zu. Im Verhör gab die Frau zunächst an, ein unbekannter Ausländer, den man mit in die Wohnung genommen habe, sei für die Gewalttat verantwortlich. Sofort begann eine Fahndung nach der mysteriösen Zufallsbekanntschaft, die natürlich erfolglos blieb. Die 28-Jährige hatte sich vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte mit ihrem ehemaligen Freund darauf verständigt, die Schuld auf einen unbekannten Ausländer zu schieben.

Mutter und Tochter waren von der Polizei zunächst als Tatzeuginnen einvernommen worden. Die 28-Jährige habe sich bei den Einvernahmen durch die Kriminalbeamten jedoch immer mehr in Widersprüche verwickelt und schließlich ein umfassendes Geständnis abgelegt, berichtete die Polizei am Donnerstag. Ermittler des Landeskriminalamtes konnten in der Wohnung das Fixiermesser als Tatwaffe sicherstellen.

Einen Tötungsvorsatz bestreitet die Frau, sie hatte laut Kriminalisten mehrmals zugestochen. Bei der 28-Jährigen wurde nach ihrer Festnahme eine starke Alkoholisierung festgestellt. Der schwer verletzte Mann wurde ins Landesklinikum Wiener Neustadt gebracht, er ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

NÖN.at berichtete: