Erstellt am 02. November 2015, 11:41

von Jutta Hahslinger

Automaten-Knacker wandern hinter Gitter. Fahrkarten-Automaten an Bahnhöfen in Niederösterreich waren für ein rumänisches Einbrechtrio die beliebtesten Beuteobjekte.

 |  NOEN, LP NÖ

Das Haftübel hielt den Rumänen Radu S. bislang nicht davon ab, seinen Lebensunterhalt weiterhin mit Einbruchsdiebstählen zu finanzieren. So ging der 30-Jährige, kaum hatten sich die Gefängnispforten geöffnet, wieder auf Beutezug. Fahrkartenautomaten an Bahnhöfen waren eines seiner beliebtesten Einbruchsobjekte.

Mit dem 34-jährigen Landsmann Ovidiu S. schlug er im März dieses Jahres in Klosterneuburg, Brunn am Gebirge, Wien und Gumpoldskirchen zu. Im April suchte das Duo den Bezirk Krems heim und knackte Fahrkarten-Automaten in Gedersdorf und Hadersdorf. Dann ging es weiter nach Neusiedl am See, Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg.

Skrupellosen Partner  gesucht und gefunden

Als Ovidiu bei einem Schleuserjob in Deutschland verhaftet wurde, suchte sich Radu S. einen neuen Einbruchshelfer. In Landsmann Flavius D. (24) fand er einen engagierten Partner. Der schreckte auch nicht davor zurück, auf der Flucht vom Tatort ein Menschenleben zu bedrohen, um die Beute behalten zu können: Am 27. Juni dieses Jahres wurde das Duo bei einem Coup in Schwechat erwischt, und Falvius D. schwang bedrohlich einen Schraubenzieher, als sich ein Passant in den Weg stellte.

Schlussendlich klickten für die Automaten-Knacker die Handschellen. Wiedervereint saß das Trio auf der Korneuburger Anklagebank, und es zeigte sich vor dem Schöffenseant geständig. Richter Rainer Klebermaß verhängte über den mehrfach vorbestraften Radu S. eine dreijährige Gefängnisstrafe. Für die beiden Helfer setzte es teilbedingte Freiheitsstrafen: Je 18 Monate, davon sechs Monate unbedingt. Nicht rechtskräftig.