Erstellt am 29. April 2016, 11:54

von Eva Hinterer

Bergrettung zieht Bilanz: 618 Menschen geborgen. Gemeinsam mit Landesrat Maurice Androsch, SPÖ, präsentieren der kürzlich zum Landesleiter der Bergrettung NÖ/Wien gewählte Wolfgang Ladenbauer und sein Stellvertreter Thomas Prigl die Einsatzzahlen des Vorjahres.

Landesrat Maurice Androsch, Wolfgang Ladenbauer, Landesleiter der Bergrettung NÖ/Wien und sein Stellvertreter Thomas Prigl.  |  NOEN, Herbert Kaefer
684 Einsätze haben die insgesamt 1.300 Bergretter der Landesgruppe Wien/NÖ im Jahr 2015 absolviert, 618 Menschen wurden dabei geborgen. Insgesamt 4.026 Einsatzstunden wurden dafür aufgewendet. Die insgesamt 684 Einsätze unterteilen sich in 352 Alpin- und Pisteneinsätze, 54 im Fels, 188 auf freien Wegen oder im Gelände, 34 Mountainbike-Einsätze, 32 Such- und Blindeinsätze, 28 Rodel- und 5 Lawineneinsätze. Soweit die nackten Zahlen.

Mehr Einsätze, elf Todesopfer

Trauriger Eckpunkt: Von den Geborgenen kam für elf Personen jede Hilfe zu spät.
Insgesamt sind die Einsätze gegenüber 2014 um 33 Prozent angestiegen. Grundsätzlich ist die Bergrettung abseits des öffentlichen Straßennetzes, besonders aber um unwegsamen und alpinen Gelände zuständig. Und zwar nicht nur für Freizeitsportler, sondern auch für Menschen, die dort arbeiten, etwa Bauern oder Forstarbeiter.

Der Anstieg der Einsätze hat, so Wolfgang Ladenbauer, natürlich mit dem Trend, Hobbys raus in die Natur zu verlagern, zu tun. „Früher war man beim Tourengehen oft alleine, heute findet man keinen Parkplatz mehr“, illustriert Ladenbauer.

Fünf Lawineneinsätze 2015

Trotz des vergleichsweise schneearmen Winters 2015 gab es fünf Lawineneinsätze. Im noch schneeärmeren Jahr 2014 war es nur einer gewesen. Lawinenabgänge seien in schneearmen Wintern gefährlicher als in schneereichen, so Thomas Prigl, weil die Lawine in den Wald oder über Kanten auslaufe und nicht in der Ebene. Was meist zu tödlichen Verletzungen führt.

Was die Bergretter positiv anmerken ist die verbesserte Ausrüstung. Sowohl am Berg als auch auf der Piste – Stichwort Helmpflicht – achten die Sportler auf Sicherheit. Auch die gute Netzabdeckung trage viel dazu bei.

450.000 Euro jährlich vom Land

 Finanziert wird die Bergrettung NÖ/Wien mit 450.000 Euro jährlich durch das Land NÖ sowie durch Förderbeiträge und Spenden. Mit mindestens 24 Euro pro Jahr kann jeder die Bergrettung fördern und erwirbt damit auch noch eine Bergekosten-Versicherung. Die dritte Säule der Finanzierung ist die Einsatzverrechnung, sie macht rund 10 Prozent der Finanzierung aus.

Der Frauenanteil bei den Bergrettern in NÖ/Wien liegt übrigens bei 7,5 Prozent.
Für dieses Jahr ist geplant, in spezielle Defibrillatoren zu investieren: Sie sind nur 300 Gramm schwer und etwa doppelt so groß wie ein Handy. Mit Schulungen und Gemeindeinformationen sind insgesamt etwa 50.000 Euro an Investitionen geplant.