Erstellt am 30. März 2016, 07:24

von Jutta Hahslinger

Betrug: Häuslbauer sitzen auf der Straße. Leben in Saus und Braus führte Geschäftsleitung der Euro-Home-Gesellschaft mit Anzahlungen nie durchgeführter Bauvorhaben.

Als Geschäftsführerin der Fertighausfirma bezog Margit G. (53) ein fürstliches Monatsgehalt von 10.000 EUR. Die reichten aber nicht für das Luxusleben und sie veruntreute Kundengelder.  |  NOEN, Jutta Hahslinger
Mit wahren Schnäppchenangeboten schickte das Chef-Duo der Siegendorfer Fertighausfirma „Euro-Home GmbH“ seine Mitarbeiter auf Kundenfang und warb im Ausstellungszentrum Blaue Lagune. Dass alles nur Lug und Trug, eine gezielte Gaunermasche des Geschäftsführerpaares Margit G. und Erich J. gewesen ist, wurde nach Monaten des Hoffens und Bangens für insgesamt 95 Häuselbauer aus Niederösterreich, Wien und Burgenland zur bitteren Gewissheit: Sie hatten Zahlungen geleistet, aber außer Ausreden und Versprechungen keinerlei Leistung erhalten, schon gar nicht ein Traumhaus.

Schaden von fast 2,1 Millionen Euro

Die Fertighausfirma ging mit einem Schaden von fast 2,1 Millionen Euro in die Pleite und riss auch mehrere Baufirmen und Zulieferer ins finanzielle Verderben.
Die Ergebnisse von sechs Jahren penibler Ermittlungsarbeit, und eine über 100 Seiten umfassende Buchhalter-Expertise lieferten erdrückende Beweise gegen den 56-jährigen Mehrfachpleitier Erich J. und seine Partnerin Margit G. (53).

Richter: Viel Leid über zahlreiche Familien gebracht

Gesundheitlich schwer angeschlagen, kann sich J. dem Prozess in Korneuburg entziehen. Für Margit G. heißt es Farbe bekennen, was ihr Richter Manfred Hohenecker unmissverständlich klar macht: „Die Beweislast ist erdrückend, Ausflüchte sinnlos. Sie spielten Firmenchefin und verprassten Kundengelder. Sie haben sehr viel Leid über zahlreiche Familien gebracht. Häuselbauer legten für ihr Traumhaus ihr hart Erspartes auf den Tisch und saßen dann auf der Straße, weil sie Ihnen vertraut und ihre Wohnungen gekündigt haben.“

Die Angeklagte legt ein umfassendes Geständnis ab und wird wegen Betruges (teils versucht), Untreue, betrügerischer Krida und Geldwäscherei zu drei Jahren, davon muss G. 12 Monate hinter Gittern absitzen, verurteilt. Rechtskräftig.