Erstellt am 23. August 2016, 05:54

von Jutta Hahslinger

„Bedürfnis, etwas brennen zu sehen“. 20-jähriger Mann aus Krems-Lerchenfeld legte aus Faszination für Feuer und Feuerwehreinsätze zahlreiche Brände.

Die Bewohner dieses Hauses in Krems mussten über Leitern gerettet werden.  |  NOEN, FF Krems / Wimmer

Mit dem Wurf eines Knallkörpers in einen Papiercontainer in der heurigen Silvesternacht begann es: Der 20-jährige Lerchenfelder war von dem entfachten Feuer und den Löscharbeiten der von ihm alarmierten Feuerwehr fasziniert. Nur wenige Wochen später setzte er erneut einen Altpapiercontainer in Brand und beobachtete dann mit Begeisterung die Arbeit der Feuerwehr. Die Lust am Zündeln und dem Beobachten von Feuerwehreinsätzen nahm bei dem frustrierten arbeitslosen Koch dann offensichtlich immer mehr zu: Am 18. Februar dieses Jahres fackelte er vier Container ab und verursachte dann noch einen Brand in einem Keller eines Mehrparteienhauses.

Anrainer entdeckte den Brand

Ein Anrainer entdeckte zum Glück den Brand und verständigte die Einsatzkräfte. Das Gebäude war so stark verraucht, dass die Hausbewohner über Leitern in Sicherheit gebracht werden mussten.

Die angezündeten Container gibt der Lerchenfelder vor Gericht zu: „Ich hatte das Bedürfnis, etwas brennen zu sehen. Ich war fasziniert.“ Die Brandstiftung leugnet er: „Das war keine Absicht. Ich habe beim Verlassen der Wohnung die offene Brandschutztür zum Keller bemerkt und eine Zigarette weggeschnippt. Ich habe keine Ma-tratze angezündet.“

Der Schöffensenat befindet den vorbestraften Lerchenfelder der Brandstiftung und Sachbeschädigung für schuldig.

Urteil: Zusatzstrafe von 18 Monaten bedingt und Psychotherapie. Nicht rechtskräftig.