Erstellt am 01. Juli 2016, 15:18

Burgenlands Integrationsbeauftragte nahm Arbeit auf. Darabos: Rascher Spracherwerb und Wertevermittlung wichtig für Menschen, die in Österreich bleiben wollen

Aufgrund von Krisen in Syrien und Afrika strömen derzeit viele Flüchtlinge nach Europa. Foto: Thomas Koch/shutterstock.com  |  NOEN, Thomas Koch/shutterstock.com

Im Burgenland hat am Freitag die Integrationsbeauftragte des Landes, Sanya Neinawaie, ihren Dienst angetreten. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Entwicklung eines Integrations-Leitbildes und die Koordination mit NGOs, Arbeitsmarktservice und den Volkshochschulen, erläuterte Landesrat Norbert Darabos (SPÖ) am Freitag in Eisenstadt vor Journalisten.

Bei der Grundversorgung für Asylwerber liege das Burgenland hinsichtlich der Erfüllung der Quote mittlerweile "schon einige Tage" bei 100 Prozent. Rund 2.800 Menschen werden hier betreut. "Das schaffen wir jetzt auch mittlerweile", obwohl man - um für stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung zu sorgen - kleine Einheiten forciere, sagte Darabos.

Die Zahl der Asylanträge sei derzeit konstant bis etwas rückläufig, im Gegensatz zur "sehr angespannten Situation" des Vorjahres. Wichtig seien für ihn im Hinblick auf Asylwerber das Erlernen der deutschen Sprache und das Aneignen von Grundwerten des gesellschaftlichen Zusammenlebens durch Werte- und Orientierungskurse, stellte der Landesrat fest.

Ein wichtiger Bereich sei auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, wo es "da und dort" Missverständnisse gebe: Er habe zum Beispiel von Fällen gehört, in denen sich Männer im Spital nicht von Frauen behandeln ließen: "Das ist etwas, was wir nicht so akzeptieren können".

Im Hinblick auf die Mindestsicherung werde man auch im Burgenland in den kommenden Monaten eine Entscheidung treffen, wie man hier weitergehe. Er sei der Meinung, dass "durchaus" ein Teil der Leistungen - zum Beispiel im Wohnbereich - durch Sachleistungen abgedeckt werden könne, sagte Darabos. Das sei "mittlerweile auch Mehrheitsmeinung in Österreich".

Neinawaie kam in Österreich zur Welt und wuchs in Wien auf, ihre Eltern kommen aus dem Iran. Seit Herbst vergangenen Jahres ist die 30-Jährige im Amt der Burgenländischen Landesregierung im Bereich Grundversorgung tätig.