Erstellt am 15. Oktober 2015, 15:15

von APA Red

Burschen schlugen wegen einem Euro zu: Schuldspruch. Weil ihnen für ein Essen in einem Fast-Food-Restaurant ein Euro gefehlt hatte, haben zwei Burschen einen 17-Jährigen angestänkert und niedergeschlagen.

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Am Donnerstag bekamen der 14- und der 15-Jährige am Landesgericht Wiener Neustadt die Rechnung für ihre Tat: je sechs Monate bedingte Haft wegen versuchten Raubes und schwerer Körperverletzung.

Am 18. April trug sich der Vorfall in einem Lokal vor den Toren Wiens zu. Das Duo ging auf den 17-Jährigen zu und verlangte einen Euro. Als dieser das verweigerte, drohten die beiden Freunde, ihn "abzupassen", sollte er mit dem Geld nicht herausrücken. Dem 17-Jährigen ging es ums Prinzip, er blieb bei seinem Nein.

Was daraufhin geschah, ließ sich zum Teil durch eine Videoaufnahme in dem Restaurant rekonstruieren. Denn die Angeklagten wollten vor Gericht nicht mit der Wahrheit herausrücken. Wie das Beweisverfahren ergab, gingen sie zum Tisch des 17-Jährigen und schlugen zu. Die Verletzungen, die der Angepöbelte davontrug, waren ausschlaggebend dafür, dass der Vorfall ein Schöffenverfahren nach sich zog.

Zudem sind die Jugendlichen nicht das erste Mal durch Gewalt aufgefallen, hieß es. Zusätzlich zu den bedingten Haftstrafen bekamen sie die Weisungen erteilt, Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und sich einem Anti-Gewalttraining zu unterziehen. Einer der beiden muss dem Gericht weiters regelmäßig die bereits bestehende Zusammenarbeit mit einem Jugendintensivbetreuer nachweisen.

Die Burschen nahmen die Strafen an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Somit ist das Urteil des Schöffensenats nicht rechtskräftig.