Erstellt am 05. Juli 2016, 14:07

von Jutta Hahslinger

Haft und Einweisung für Brandstifter (31). 31-Jähriger leugnet Brandserie im Raum Krems und will ein Verschwörungsopfer sein. Schöffensenat glaubt ihm nicht.

Der Angeklagte wurde in Krems erneut verurteilt. Foto: Hahslinger  |  Jutta Hahslinger

In mehreren Prozesstagen beschäftigte sich ein Kremser Schöffensenat mit der Frage: Beging ein heute 31-Jähriger neun Brandlegungen im Raum Krems oder wurde er Opfer einer Verschwörung?

Im Herbst vergangenen Jahres wurde der Mann als Feuerteufel zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher wurde angeordnet. Verteidiger Christian Hirtzberger meldete Rechtsmittel an, ein Wiener Berufungssenat gab ihm teilweise recht. Die Causa ging zurück ans Kremser Gericht.

Auch im zweiten Durchgang stuft Staatsanwältin Kristina Resch den Angeklagten nach einem psychiatrischen Gutachten als gefährlich ein. Der 31-Jährige hat wegen Raubes und versuchten Mordes bereits zehn Jahre Haft verbüßt. Der gelernte Mechaniker beteuert seine Unschuld und will mit den Brandlegungen und falschen Alarmierungen der Feuerwehr nichts zu tun haben.

Sieben Jahre Gefängnis plus Anstaltseinweisung

„Kein Beweismittel belegt die Schuld des 31-Jährigen“, hält Rechtsbeistand Christian Hirtzberger eingangs fest.

„Vom Handy des Angeklagten kamen nachweislich Notrufe. Und immer kam es im Wirkungsbereich des 31-Jährigen, bei jenen Feuerwehren, wo er gerade Mitglied war, zu vermehrten Einsätzen“, listet Anklägerin Resch belastende Indizien auf.

Der wahre Übeltäter, führt Hirtzberger aus, könne aus der Vergangenheit des Angeklagten kommen: Ein mittlerweile gefeuerter Sozialpädagoge, gegen den Ermittlungen laufen, der dem ehemaligen Schützling aus verschmähter Liebe habe schaden wollen.

Das Indizien-Puzzle reicht den Schöffen auch im Wiederholungsprozess für einen Schuldspruch aus: Sieben Jahre Gefängnis plus Anstaltseinweisung. Nicht rechtskräftig.