Erstellt am 24. November 2015, 06:28

von Eva Hinterer

Drogenhandel hat Hochkonjunktur. Tonnenweise werden Drogen im Internet gehandelt. In Bad Erlach gab es jetzt eine Tagung.

Bekämpfung des Drogenhandels im Darknet: Das Kontaktnetzwerk wurde bei einer Tagung in Bad Erlach vergangene Woche europaweit vergrößert. Besonders die Niederlande ergreifen Initiative zur verstärkten Mitarbeit und bieten Unterstützung für alle Länder an.  |  NOEN, dpa-Zentralbild/Arno Burgi

Der 30-Jährige Wiener und seine Lebensgefährtin waren „Power-Seller“: Auf den illegalen Internet-Plattformen Alphabay und Oxygen haben sie weltweit kiloweise Drogen gehandelt. Bis am 14. Oktober die Cobra vor der Tür stand und das geschäftstüchtige Pärchen festnahm. In der Wohnung fand die Polizei illegale Substanzen im Wert von knapp 23.000 US-Dollar.

Den Erfolg verdanken die Ermittler dem Projekt „Darknet“, das seit Februar als 24-monatiges Pilotprojekt unter Federführung des österreichischen Bundeskriminalamtes (BK) Drogenhändler im Darknet sucht. Das ist die illegale Variante des Internets, in dem von Drogen über Menschen bis hin zu Schlägertrupps mit allem gehandelt wird.

Händler sind Profis

Beim Projekt „Darknet“ liegt der Schwerpunkt auf Drogen. Teilnehmer aus 25 EU-Mitgliedsstaaten, darunter Richter und Staatsanwälte sowie vertreter von EUROPOL und EUROJUST trafen sich vergangene Woche in Bad Erlach (Bezirk Wiener Neustadt), um die internationale Zusammenarbeit zu intensivieren und neue Strategien zu diskutieren. „Der Drogenhandel im Darknet ist nicht zu verharmlosen“, sagt Christian Mader vom BK. „Da geht es um große Mengen, um Tonnen. Und die Händler sind Profis, die wissen, dass die Polizei hinter ihnen her ist.“ Meist unscheinbare junge Männer säßen da hinter ihren Bildschirmen, von wo aus sie den weltweiten Handel mit illegalen Substanzen lenken. Kleine Mengen werden per Post verschickt. Größere per Landweg: Auf der Balkanroute kommen Kokain und Opiate aus Afghanistan nach Europa. Und per Luftweg via Flughafen Wien das Kokain aus Südamerika. Österreich, sagt Mader, sei hier eine Drehscheibe.

Daher wird eine Fortführung des Projektes Darknet intensiv angedacht, denn das europaweite Interesse ist hoch, so Mader.