Erstellt am 18. Oktober 2016, 09:21

von Gila Wohlmann

Das Smartphone bringt den Tod. Auf Platz eins der Ursachen für Verkehrsunfälle rangiert bereits die Ablenkung.

Symbolbild

Nicht Raserei, nicht Alkohol, sondern Ablenkung nimmt mittlerweile Platz eins der Unfallursachen im Straßenverkehr ein. Aus diesem Grund haben das Land Niederösterreich, der ORF und Partner wie die NÖN eine Verkehrssicherheitskampagne gestartet.

Willy Konrath, stellvertretender Leiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion Niederösterreich, begrüßt diese Initiative, denn Ablenkung am Steuer hat oft gravierende Folgen. Rund 30 Prozent der tödlichen Unfälle resultieren daraus. „Bei der Massenkarambolage auf der A1 beim Schneechaos im Vorjahr war ein telefonierender Lenker mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs. Seine Sekretärin hörte am Telefon noch den Aufprall“, berichtet Konrath.

Verstärkte Kontrollen über Zivilstreifen

Besonders tragisch hat er einen Unfall in Erinnerung, wo der tote Lenker nach dem Unfall noch das Handy in der Hand hielt und das SMS, das er verfassen wollte, noch nicht fertig geschrieben war. Eine besondere Risikogruppe erkennt der Verkehrsexperte für Ablenkungsunfälle nicht, kaum einer sei davor gefeit, wobei nicht immer das Smartphone die Ursache sei. Tablets, Navigationsgeräte, Essen und Trinken, Rauchen, Ablenkung durch Kinder oder Tiere im Auto führen genauso zu Unfällen wie auch Streitgespräche mit anderen Pkw-Insassen.

„Wir werden verstärkt über Zivilstreifen kontrollieren“, kündigt Konrath an. 50 Euro Strafe sind da beim Organmandat die Regel. Durch das Smartphone abgelenkte Lenker, die von der Polizei angehalten werden, seien „zumeist durchaus einsichtig“, so Konrath. Viele seien sich im Moment des Fahrens gar nicht bewusst, wie gefährlich ihr Handeln ist.

Bei Verkehrsunfällen mit Körperverletzungen kann das Handy zuerst zur vorübergehenden Beweissicherung und schließlich per Anordnung der Staatsanwaltschaft auch länger konfisziert werden.