Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:33

von Gila Wohlmann

Dialog für mehr Cyber-Sicherheit. Verabschiedung des neuen Gesetzes wird noch für diese Legislatur-Periode avisiert.

Für mehr Cybersicherheit. Günther Ofner, Vorstandsdirektor Flughafen Wien, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Alexander Janda, Generalsekretär Kuratorium Sicheres Österreich (v. l.).  |  NOEN, Gila Wohlmann
Cybersicherheit geht alle an. Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft wie Private. Seit 2011 betreibt daher das Innenministerium mit dem Kuratorium „Sicheres Österreich“ (KSÖ) die Cyber-Sicherheitsinitiative. Dabei wird mit dem Bundeskanzleramt ein Rechts- und Technologiedialog zu diesem Thema abgehalten. Ziel: Diskussion mit allen „Stakeholdern“ zur Erarbeitung von Leitthemen für ein Cyber-Sicherheitsgesetz. „Dieses soll von der Bundesregierung noch in der aktuellen Legislaturperiode beschlossen werden“, erläutert Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

Grundlage für das neue Gesetz ist die „Network and Information Security (NIS)“-Richtlinie der Europäischen Union, zu der es am 7. Dezember in Brüssel eine politische Einigung gab. Sie soll das Sicherheitsniveau in allen EU-Mitgliedsstaaten heben und schreibt überdies die verpflichtende Meldung von Cybersecurity-Vorfällen für bestimmte Betreiber kritischer Infrastrukturen vor. „Die Meldepflicht ist“, berichtet Alexander Janda, Generalsekretär des KSÖ, „einer der Punkte gewesen, wo es im Rahmen des Dialogs zu Bedenken gekommen ist.“ Manche Unternehmen befürchten einen Imageschaden oder gar Auswirkungen auf ihre Aktienkurse. Thema war ebenso der Datenschutz. „Die Ergebnisse des Dialogs werden wir in Kürze in einem ,Whitepaper‘ veröffentlichen. Dieses soll Basis für die Erstellung des Cyber-Sicherheitsgesetzes bilden“, sagt Janda.

Neun Unternehmen reden mit

Alle am Cybersicherheitsdialog Beteiligten, darunter neun heimische Unternehmen*, sind sich sicher: Es bedarf eines gesetzlichen Regulativs, um kritische Infrastrukturen zu schützen. Das untermauert Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG: „Der Flughafen gehörte bislang nicht zu den Hauptangriffszielen. Wir müssen aber stets gerüstet sein.“ Denn ein Restrisiko könne nie ausgeschlossen werden.

 *)Raiffeisen Rechenzentrum, Siemens, Erste Bank, A1 Telekom, Staatsdruckerei, Österr. Lotterien, Bundesrechenzentrum, APG (Austrian Power Grid), Flughafen Wien.