Erstellt am 30. März 2016, 06:14

von Carina Rambauske

Die richtige Hilfe zur rechten Zeit. Das AKUTteam NÖ wird für psychosoziale Betreuung im Akutfall alarmiert.

Seit 15 Jahren helfen die Profis des AKUTteams NÖ nach plötzlichen Schicksalsereignissen.  |  NOEN, AKUTteam NÖ (nachgestellte Situation)
Ein 45-jähriger, dreifacher Familienvater bricht an einem Freitagabend plötzlich zu Hause bewusstlos zusammen. Die Ehefrau ist seit einem Schlaganfall vor einigen Jahren körperlich und geistig beeinträchtigt, weshalb die zwölfjährige Tochter die Rettung rufen muss. Die Reanimation bleibt erfolglos.

„Ereignisse wie diese ziehen den Betroffenen den Boden unter den Füßen weg“, weiß Elisabeth Weber-Schigutt, Leiterin des AKUTteams Niederösterreich. Deshalb wurde 2001 das AKUTteam gegründet, um Menschen, die von plötzlichen Schicksalsereignissen betroffen sind, mit rascher, kostenloser Betreuung durch Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter zu unterstützen. Zeitlich reicht die Akuthilfe unmittelbar nach dem Ereignis bis hin zu Stabilisierungsmaßnahmen in der Zeit danach.

„Es geht darum, mit den Betroffenen wieder die ersten Schritte in den Alltag zu gehen, zurück in die Realität, die durch das Geschehene natürlich eine andere geworden ist“, erklärt die Leiterin und nennt den wichtigsten Aspekt dieser Betreuung: „Zuversicht zu vermitteln, dass man selbst die Kraft hat, das zu bewältigen.“

Vergangene Woche präsentierte das AKUTteam seine Bilanz. „Das AKUTteam hat sich etabliert und einen wesentlichen Stellenwert erlangt. Die Akzeptanz und die Sensibilität ist in den letzten 15 Jahren gewachsen, auch bei Personen, die früher nicht geglaubt haben, dass so etwas wichtig ist“, resümiert Weber-Schigutt. Das AKUTteam ist eine Einrichtung der NÖ Landesakademie.

Jahresbilanz 2015

  • 2.984 Stunden geleistet

  • 2.191 Menschen wurden betreut: 1.309 Mädchen und Frauen und 882 Männer und Buben

  • Einsatzindikatoren

Suizid/Suizidversuch .......... 29 %
Plötzliche Todesfälle ........... 28 %
Unfälle mit Schwerverletzten oder Todesfolge .................. 20 %