Erstellt am 08. Juni 2016, 09:54

von NÖN Redaktion

EGS Haringsee: Verwaiste Steinkauzkinder als neue "Stars". Das Team in der von Vier Pfoten geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat mit zwei verwaisten Steinkauzjungen neue und besonders herzige Stars.

 |  NOEN, EGS Haringsee
Die beiden Jungvögel wurden aus der Veterinärmedizinischen Uniklinik Wien gebracht, nachdem sie von beherzten Passanten gerettet worden waren: Vor wenigen Tagen war bei einem starken Sturm der Ast einer Kastanie in der Allee des Schlossparks in Stetteldorf am Wagram abgebrochen; dieser hatte die gesamte Steinkauzfamilie beherbergt.
 
„Die Eltern flogen im Schock davon, und drei kleine Steinkauzkinder landeten unsanft am Boden“, berichtet Vier-Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky. Leider verletzte sich eines der drei Kauz-Kinder dabei so schwer, dass es erlöst werden musste. Die anderen beiden sind nun in der EGS Haringsee und werden dort von einem  Ammenpaar, zusammen mit einem weiteren Steinkauzjungen, aufgezogen. Das Team der EGS hat die beiden Jimmy und Joe getauft.

Auswilderung von Jimmy und Joe geplant

„Jimmy und Joe sitzen im Nistkasten und lassen sich kaum blicken“, erzählt Kopetzky. „Wenn sie alt genug sind und alles Überlebenswichtige von den Zieheltern gelernt haben, werden wir sie wieder in die Natur entlassen.“
 
Steinkäuze sind eine der kleinsten Eulenarten, die in Österreich lebt. Ihr Federkleid ist am Rücken dunkel graubraun mit weißen Tupfen. Charakteristisch ist in Ruhehaltung die kugelige Gestalt in der Silhouette. Der Name Steinkauz weist auf Brutplätze wie Felswände, Steinbrüche und Ruinen hin. Mitteleuropäische Steinkäuze sollten korrekterweise „Baumkäuze“ heißen, da bis zu 92% der Brutplätze in Obstbäumen, Weiden, Pappeln, Linden und Eichen gewählt werden.