Erstellt am 26. Juli 2016, 07:12

von Gila Wohlmann

Unwetter werden unberechenbarer. Durch Beratung des EPZ sollen Gebäude für den Katastrophenfall gerüstet sein.

Franz Schnee-flock, Geschäftsführer der Brandverhütungsstelle NÖ, weist auf das Präventionsangebot im Bereich Gebäudeschutz hin.  |  NOEN

Zerstörte Dächer. Keller unter Wasser. Felder und Wälder verwüstet. Ein Unwetter mit taubeneigroßen Hagelkörnern wütete am Donnerstagabend im Bezirk Waidhofen/Thaya. In der Nacht auf Sonntag zogen wieder Gewitter über Österreich, im Bezirk Schärding (OÖ) kam ein Mann ums Leben, in Dross (Bezirk Krems) brannte der Kirchturm wegen eines Blitzschlags.

Die Schäden an der Infrastruktur und an Gebäuden sind enorm. Auch die Landwirtschaft wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Millionen Euro.

Mit orkanartigen Windgeschwindigkeiten, schwerem Hagelschlag und enormen Regenmengen zog das Unwetter im Bezirk Waidhofen/Thaya eine Spur der Verwüstung.  |  BFK Waidhofen

„Unwetter wie diese werden mehr. Der Schadenprävention kommt eine immer größere Bedeutung zu. Auch Versicherungen sind mehr gefordert“, weiß Franz Schneeflock, Geschäftsführer der Landesstelle für Brandverhütung NÖ.

Versicherungen sind an die Brandverhütungsstelle herangetreten, dass diese durch Präventionsarbeit Schadensbegrenzung erwirkt. Daher wurde das Elementarschadenpräventionszentrum Austria (EPZ) als eine Kooperation der Brandverhütungsstellen Österreichs unter Federführung von NÖ, Oberösterreich, Steiermark und Burgenland sowie der Prüf- und Zertifizierungsstelle IBS (Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung) gegründet.

In Dross (Bezirk Krems) schlug der Blitz in den Kirchturm ein.  |  BFK Krems

„Wir leisten rein im Bereich von Gebäudeschutz Prävention. Unsere Experten kommen direkt zum Objekt und bieten Beratung“, erläutert Schneeflock. Ziel: Wer beim Hausbau oder der Gebäudesanierung durch überlegte Bauweise und geeignete Materialien ein stabileres Dach errichtet, der bekommt eine günstigere Versicherung.

Spontane Unwetter fordern die FF. „Auffällig ist, dass die jüngsten Unwetter verstärkt auf engem Raum niedergehen und die Wetterwarnungen oft erst wenige Minuten davor erstellt werden können. Man hat kaum Zeit, sich vorzubereiten“, sagt FF-Pressesprecher Franz Resperger. Die FF hat sich gerüstet. Großpumpen und leistungsstärkere Notstromgeneratoren wurden angekauft, durch mobile Tankstellen steht genug Sprit bereit.