Erstellt am 12. November 2015, 13:48

von Eva Hinterer

„Feuerwehr-Unterricht“ in der Schule. Unter dem Motto „Gemeinsam Sicher Feuerwehr“ wird es in den Volksschulen ab dem Schuljahr 2015/2016 Brand- und Katastrophenschutzunterricht geben.

Präsentierten neues Schulprojekt der NÖ Feuerwehren: Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, Peter Harold, Generaldirektor Hypo NÖ, Wr. Städtische-Landesdirektor Wolfgang Lehner und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. (v. l.)  |  NOEN, NÖ LFV
Die Feuerwehr braucht Nachwuchs, das Wissen um richtiges Verhalten im Katastrophenfall muss möglichst früh in den Köpfen der Menschen verankert werden und ehrenamtliche Tätigkeiten sind der Kitt einer Gesellschaft. Das sind kurz gefasst die drei Gründe, warum der NÖ Landesfeuerwehrverband und das Land Niederösterreich mit dem Landesschulrat beschlossen haben, Volksschüler der 3. und 4. Klassen in Sachen Brand- und Katastrophenschutz zu schulen.

Passieren wird das bereits ab dem laufenden Schuljahr in ganz Niederösterreich. Im Rahmen des Gesamtunterrichts sollen Schüler lernen, wo überall Gefahren lauern und wie sie sich verhalten, wenn einmal etwas passiert. Und es geht für den Landesfeuerwehrverband auch darum, Nachwuchs für die Freiwilligen Feuerwehren im Lande zu rekrutieren. Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner spricht von einem Projekt, das für beide Seiten – Land und Feuerwehren – eine Win-Win-Situation produzieren wird.

Nachwuchs und positive Werte

Nachwuchs ist dringend nötig, da bei den Feuerwehren der Anteil der Über-65-Jährigen in den vergangenen Jahren um 25 Prozent gestiegen ist. Der der Unter-18-Jährigen hingegen ist um 18 Prozent gesunken. „Wenn sich die Alterskurve verflacht“, so Fahrafellner, „dann müssen wir etwas tun.“

Landeshauptmann Erwin Pröll möchte mit dem Projekt auch gegen negative Trends wie zunehmende Gleichgültigkeit und Egoismus ankämpfen. Und diese durch positive Werte, wie sie die ehrenamtliche Tätigkeiten mit sich bringen, ersetzen. „Das wird sich für unser Bundesland hoch verzinsen“, sagt Pröll.
 
Der Brand- und Katastrophenschutzunterricht wird im Umfang von rund 10 bis 20 Stunden jährlich stattfinden. Es wurden dafür eigene Unterrichtsmaterialien entwickelt. Unterrichten werden neben den Lehren auch Experten der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehren.

Gesponsert wird das Projekt „Gemeinsam Sicher Feuerwehr“ von der HYPÖ NÖ Landesbank sowie der Wiener Städtischen Versicherung.