Erstellt am 17. Juli 2017, 08:32

von NÖN Redaktion

Menschenrettung aus der Luft. Er ist dann zur Stelle, wenn Hilfe am Boden nicht mehr möglich ist: der Flugdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes.

NÖLFK/Fischer

Egal, ob bei Waldbränden, Hochwasser oder auch bei drohenden Dammbrüchen - diese Spezialeinheit ist innerhalb kürzester Zeit zum Einsatz bereit. Unterstützt werden die Trupps von Pilotenteams des Bundesheeres oder der Polizei, die mit ihren Flugzeugen und Hubschraubern zu diesen rettenden Einsätzen aufsteigen. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt, werden zwischen 18. Juli und 9. August am Gelände der Landes-Feuerwehrschule wieder die Rotoren knattern. Nämlich dann, wenn die Teams an acht verschiedenen Tagen die lebensrettende Hilfe aus der Luft üben werden.

Das Übungsdorf der NÖ Landesfeuerwehrschule zählt europaweit zu den modernsten Ausbildungsstätten. An diesem Standort können fast alle Szenarien in Bauwerken geübt werden, mit denen ein Feuerwehrmitglied im Ernstfall zu rechnen hat. Ideale Voraussetzungen, die auch der NÖ Flugdienst in Anspruch nimmt und die auf einem einzigen Übungsareal sonst nirgends anzutreffen sind.

So können die Männer dieser Einheit auch Rettungsaktionen von Menschen üben, die aus verschiedenen Objekten ausgeflogen werden müssen. Beispielsweise aus Künetten, aus Dachluken oder auch aus Bahnwaggons. Bei derartigen Rettungskationen muss jeder Handgriff sitzen. Der Pilot muss sich auf die Spezialisten des Flugdienstes verlassen und umgekehrt. Jeder kleinste Fehler kann in einer Katastrophe enden.

Es vergeht kaum ein Jahr, wo diese Spezialeinheiten nicht zum Einsatz kommen. Meist bei Waldbränden, immer wieder aber auch bei Hochwasserkatastrophen. In vielen Fällen müssen in Fluten eingeschlossene Menschen befreit oder auch Medikamente in die Überschwemmungsgebiete eingeflogen werden. Der Einsatz des Flugdienstes ist aber auch dann gefragt, wenn Hochwasserdämme zu brechen drohen und mit sogenannten Big Packs abgedichtet werden sollen, die vom Hubschrauber abgeworfen werden.

Geübt wird in der Landes-Feuerwehrschule an folgenden Tagen:

18., 19., 25. und 26. Juli

1., 2., 8., und 9. August

Geübt wird mit einem Black Hawk des Bundesheeres, der an diesen Tagen etwa zwischen 13 und 14 Uhr in der Luft sein wird.

Flugdienst: 4 Standorte

Der Flugdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes verfügt in NÖ derzeit über vier Stützpunkte: Dobersberg, Wiener Neustadt, Amstetten, Tulln. Einsatzstärke: 106 Mann, die innerhalb kürzester Zeit abrufbar sind. Zur Bekämpfung der Waldbrände stehen drei Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 3000 Litern, acht mit 1000 und zehn mit 500 Liter Wasser zur Verfügung.

Um beispielsweise die Waldbrandbekämpfung aus der Luft nicht zu unterbrechen, hat der NÖ Landesfeuerwehrverband im Vorjahr zwei mobile Hubschraubertankstellen mit einem Fassungsvermögen von je 5000 Litern Treibstoff (Kerosin, Diesel) in Betrieb genommen. Diese Tankstellen sind innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit und werden mit Wechsellader-Lkw zu den Einsatzstellen gebracht. Stationiert sind die rollenden Spritlager beim NÖ Landesfeuerwehrverband in Tulln und bei der freiwilligen Feuerwehr in Wiener Neudorf.